Russlands Machthaber Wladimir Putin hat Altkanzler Gerhard Schröder als möglichen Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Nach der Militärparade zum 9. Mai hatte Putin bei einer außerordentlichen Pressekonferenz gesagt, dass, obwohl sich die USA um eine Vermittlung bemühen, er sich von europäischer Seite den früheren Bundeskanzler und SPD-Vorsitzenden als Vermittler vorstelle. „Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen„, sagte Putin.
Der Kreml erklärte jüngst, dass es Sache der europäischen Regierungen sei, den ersten Schritt zu gehen. Sie seien es gewesen, die nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine den Kontakt nach Moskau abgebrochen hätten. Die „Financial Times“ berichtete jüngst darüber, dass die Staats- und Regierungschefs der EU sich auf mögliche Gespräche vorbereiten würden. Ein Sprecher der deutschen Bundesregierung sagte dazu, dass man darüber nicht spekulieren wolle, wann der Zeitpunkt für Gespräche gekommen sein könnte. Momentan sehe man aber, dass Russland und Putin offensichtlich kein Interesse an ernsthaften Verhandlungen hätten.
Der 82-jährige Schröder steht seit Jahren wegen seiner engen Beziehungen zu Putin und auch wegen seiner Tätigkeiten für russische Öl- und Gaskonzerne in der Kritik, auch innerhalb der SPD. Zuletzt hatte er den russischen Angriffskrieg in einem Gastbeitrag für die „Berliner Zeitung“ als völkerrechtswidrig bezeichnet und betonte zugleich: „Ich bin aber auch gegen die Dämonisierung Russlands als ewiger Feind.“ Zudem plädierte der ehemalige SPD‑Vorsitzende auch für eine Wiederaufnahme von Energielieferungen aus Russland.
Putin machte bei der Pressekonferenz auch weiter deutlich, dass er auch bereit sei zu direkten Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Aber er schränkte auch ein: „Wer sich mit mir treffen will, muss nach Moskau kommen„, sagte Putin. Ein Treffen sei auch an einem anderen Ort möglich, „aber nur, wenn zuvor eine langfristige Friedensvereinbarung getroffen wurde„, sagte der russische Machthaber weiter. Der ukrainische Präsident Selenskyj schließt eine Reise nach Moskau aus. Zudem spekulierte Putin auch über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs. „Ich glaube, dass sich die Angelegenheit dem Ende zuneigt„, sagte er. Aber er übte gleichzeitig auch Kritik an der Unterstützung westlicher Länder für die Ukraine.
Quelle: ZDF, dpa, Reuters, AFP



