Ermittler sind heute (06.05.) mit einer bundesweiten Razzia gegen junge mutmaßliche Rechtsextremisten vorgegangen. Sie sollen herausgehobene Mitglieder zweier krimineller Vereinigungen sein, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Im Fokus der Ermittlungen stehen demnach 36 Beschuldigte.
In Berlin wurde an mehreren Orten durchsucht, bestätigte ein Sprecher der Polizei und verwies an das Bundeskriminalamt (BKA). In Brandenburg kam es nach Angaben aus Sicherheitskreisen auch zu Durchsuchungen.
Vorher ist bekannt geworden, dass in NRW seit dem frühen Morgen in mehreren Städten Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten laufen. Es gebe 10 Beschuldigte, hieß es aus Sicherheitskreisen. Sie seien alle deutsche Staatsbürger. Einer der Beschuldigten sei wegen einer anderen Angelegenheit bereits zuvor in Untersuchungshaft gekommen. Die Maßnahmen in den 8 Städten richteten sich den Angaben zufolge gegen die Gruppe „Jung und Stark“. An der Aufklärung der Gruppe war auch das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligt.
Seit 2024 häufen sich die Gewalttaten von teils jungen Rechtsradikalen, etwa bei Angriffen auf den CSD. Das BKA erklärte Mitte 2025: „Die Polizeibehörden aus Bund und Ländern beobachten seit etwa Mitte vergangenen Jahres, dass in der rechten Szene neue Jugendgruppen in Erscheinung getreten sind, die sich zunächst im virtuellen Raum gegründet haben.“ Diese traten inzwischen vermehrt durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten in Erscheinung. Die größte dieser Gruppen war damals nach Angaben aus Sicherheitskreisen „Jung und Stark“ mit einer Anhängerzahl im mittleren dreistelligen Bereich. Auch die Gruppe „Deutsche Jugend Voran“ ist im Visier der Ermittler.
Schätzungsweise mehr als hundert Menschen fühlen sich demnach dieser Gruppe zugehörig. Weitere relevante Vereinigungen seien „Der Störtrupp“ sowie die Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“. Mutmaßliche Angehörige der „Letzten Verteidigungswelle“ stehen aktuell in Hamburg wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht.
Quelle: ZDF, dpa



