Führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr wegen des Kriegs im Iran und der infolgedessen stark gestiegenen Energiepreise deutlich gesenkt. In diesem Jahr wird es nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 0,6 Prozent geben, wie die Institute mitteilen. Vor rund einem halben Jahr haben sie noch mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet.
„Der Energiepreisschock im Zuge des Iran-Krieges trifft die Erholung hart, gleichzeitig stützt aber die expansive Fiskalpolitik die Binnenwirtschaft und verhindert ein stärkeres Abrutschen„, sagte Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Ifo-Instituts. Für 2027 erwarten die Institute ein Wachstum von 0,9 Prozent. Auch das ist deutlich pessimistischer: Vorher hatte sie mit einem Wachstum von 1,4 Prozent gerechnet.
Nach einer jahrelangen Flaute und einem Mini-Wachstum im Jahr 2025 wollte es in diesem Jahr eigentlich wieder deutlich bergauf gehen für die deutsche Wirtschaft, auch wenn das Wachstum getrieben wird vor allem durch die staatlichen Milliardenausgaben für Verteidigung und zur Monetarisierung der Infrastruktur.
Der Anstieg der Energiepreise entfachte vorübergehendErdgaspreises die Inflation, heißt es in der Prognose. Der Anstieg des Erdgaspreises verteuere nicht zuletzt auch Düngemittel, was auf die Nahrungsmittelpreise ausstrahle. Zudem dürfen auch höhere Produktions- und Transportkosten auf die Preise für Waren durchschlagen. Die gestiegene Inflation dämpfe den privaten Konsum. Vor sechs Monaten hatten die Institute für 2026 einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2 Prozent und für 2027 um 2,3 Prozent vorhergesagt.
Quelle: ARD



