Im Streit um den Helm mit Bildern vom im Ukraine-Krieg getöteten Athleten ist der Ukrainer Wladislaw Heraskewytsch vom olympischen Skeleton-Wettbewerb ausgeschlossen worden. Die Entscheidung hat eine Jury des Weltverband IBSF getroffen. Zudem habe man ihm die Akkreditierung für die Winterspiele entzogen, teilte das IOC mit.

In mehreren Trainingsläufen war Heraskewytsch mit dem Helm gefahren. Darauf sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen getötet wurden. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion.

In einem Interview mit dem ZDF sagte Heraskewytsch, dass auf dem Helm keine Propaganda zu sehen ist und er würde damit auch niemanden beleidigen. Er habe damit keine Regeln gebrochen. In dem ZDF-Interview verweis er auch auf zahlreiche Sportler, die mit Fotos von verstorbenem Angehören erinnert hatten. So wie Maxim Naumov bei den jetzigen Spielen in Mailand Cortina in diesem Jahr oder den Deutschen Matthias Steiner, der bei den Olympischen Spielen 2008 im Gewichtheben auf dem Podest mit einem Foto an seine tote Frau erinnerte. Heraskewytsch sagte, dass er nie darüber nachgedacht, ohne den Helm zu starten. „Manche Dinge sind wichtiger als Medaillen“, betonte er. Nun wolle er vor dem Internationalen Sportgericht CAS ziehen.

Vor dem Ausschluss sagte Heraskewytsch in einem Video: „Ich wollte nie einen Skandal mit dem IOC und habe ihn auch nicht verursacht. Das IOC hat ihn durch seine Regelauslegung herbeigeführt, die viele als diskriminierend empfinden.“ Weiter sagte er: „Obwohl dieser Skandal es ermöglicht hat, lautstark über die getöteten ukrainischen Athleten zu sprechen, lenkt er gleichzeitig die Aufmerksamkeit enorm von den Wettkämpfen selbst und den teilnehmenden Athleten ab.

Das IOC teilte weiter mit, dass Heraskewytsch nicht an einem Kompromiss interessiert gewesen sei. Auch bei einem Treffen mit IOC-Präsidentin Kirsty Coventry habe er keinen Kompromiss akzeptieren wollen, heißt es vom ICO. IBSF-Präsident Ivo Ferriani sagte der dpa, dass er dann nicht starten darf und das steht so im Reglement.

Laut IOC-Regeln sind politische Botschaften an Wettkampfstätten untersagt. Die Dachorganisation hatte Heraskewytsch den Kompromiss angeboten, statt des Helms einen Trauerflor am Arm zu tragen. Das hatte der Ukrainer abgelehnt.

Quelle: ZDF, dpa, Reuters, SID, AP