Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Mailand ist US-Vizepräsident JD Vance von Teilen des Publikums ausgepfiffen worden. In den internationalen Fernsehbildern waren vor allem die Pfiffe und Buhrufe zu hören. Es gab auch für den rechtsextremen Republikaner Applaus, als die Kameras auf JD Vance und seine Ehefrau Usha schwenkten. Doch in den USA haben die Zuschauer von den Buhrufen nichts mitbekommen.
Während das Team USA ins San-Siro-Stadion reinkam und bejubelt wurde, wurde dann auf Vance gezeigt und dann hörte man die Buhrufe. Der kanadische TV-Sender CBC übertrug die komplette Szene. Ein Kommentator reagierte hörbar irritiert: „Da ist Vizepräsident JD Vance und seine Frau Usha – oops, das sind nicht … Äh … das sind eine Menge Buhrufe. Pfeifen, Spott, etwas Applaus.“ Journalisten vor Ort berichteten von deutlich hörbaren Buhrufen und Pfiffen aus dem Publikum.
Im US-Fernsehen hört man nichts davon. Wie der britische „Guardian“ berichtete, hat der Sender NBC, der die Spiele in den USA zeigt, die Buh-Rufe herausgeschnitten, berichtet die Zeitung weiter. Man ließ diese auch unkommentiert. Stattdessen gingen die Kommentatoren auf die Nennung seines Namens nur ein: „JD Vance„. Mehr kam nicht.
Nicht das erste Mal derzeit, dass es solche Reaktionen auf die Trump-Regierung gibt. Schon bei den US Open im September hatten die Turnierorganisationen die TV-Sender ausdrücklich gebeten, keine Buh-Rufe oder Pfiffe zu übertragen, als Donald Trump das Herrenfinale besuchte.
Die Buh-Rufe gegen Vance fielen zudem in ein angespanntes politisches Umfeld. Vor der Olympia-Eröffnung hatten in Mailand mehrere Hundert Menschen gegen die Präsenz der US-Einwanderungsbehörde ICE bei den Spielen protestiert. Das US-Außenministerium erklärte, dass mehrere Bundesbehörden zur Unterstützung und zum Schutz amerikanischer Staatsbürger vor Ort seien.
Neben Vance wurden aber auch vier Athletinnen und Athleten aus Israel beim Einzug ins Stadion ausgebuht und vom Publikum gefeiert.
Quelle: ntv



