Papst Franziskus hat sich besorgt über den Zustand der Demokratie in einigen Ländern gemacht. Bei einer Veranstaltung in der norditalienischen Stadt Triest sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche: „Seien wir ehrlich: In der heutigen Welt erfreut sich die Demokratie keiner guten Gesundheit“. Der Papst rief gleichzeitig dazu auf, sich an den demokratischen Prozessen, also zum Beispiel zur Wahl gehen, zu beteiligen. Wörtlich sagte er: „Gleichgültigkeit ist ein Krebsgeschwür der Demokratie.“
Ohne ein Land zu nennen, warnte Franziskus vor „ideologischen und populistischen Versuchungen“. Ideologien seien verführerisch, sagte er. „Aber sie bringen dich dazu, dich selbst zu verleugnen.“ Der Papst äußerte sich zum Abschluss seiner einwöchigen Veranstaltungsreihe, in der sich die katholische Kirche insbesondere mit sozialen Fragen beschäftigt hatte.
Der Papst zeigte sich auch besorgt über die zurückgehenden Wahlbeteiligungen in einigen Staaten. „Demokratie verlangt, dass Bedingungen geschaffen werden, sodass jeder sich ausdrücken kann.“ Er appellierte ausdrücklich an die Mitglieder der katholischen Kirche, auch in der Politik Verantwortung zu übernehmen. „Wir können uns nicht mit einem privaten Glauben zufriedengeben“, sagte Franziskus. „Das bedeutet insbesondere Mut, in der öffentlichen Debatte Vorschläge für Gerechtigkeit und Frieden zu machen.“
Quelle: SPIEGEL



