In vielen Ländern in Europa hat es wieder zahlreiche Proteste gegeben. Dabei ging es vielen Menschen, die bei diesen Protesten dabei waren, unter anderem um die steigenden Lebenshaltungskosten, um hohe Mieten und auch um Korruption. In vielen Orten ist aber der Protest auch in Gewalt umgeschlagen.

Bei den größten Demonstrationen in Frankreich zum Beispiel kam es wieder zu Ausschreitungen. Nach Angaben des französischen Innenministers wurden fest 1.000 Menschen festgenommen. Die Zahl werde noch steigen, weil noch die Bilanz gezogen werden müsse, sagte der Innenminister Laurent Nunez. Es habe auch wieder Sachbeschädigung und Plünderungen gegeben, aber sie waren nicht so schlimm wie in der vergangenen Woche. Die Sicherheitskräfte standen nach den schweren Ausschreitungen vor einer Woche in Alarmbereitschaft. Am 24. Oktober hatte es extreme Ausschreitungen nach Demonstrationen gegeben. An diesem Wochenende sind 70.000 Polizeikräfte und Gendarmen im Einsatz. Nach Angaben von Nunez haben rund 410.000 Menschen an den landesweiten Protesten teilgenommen, davon alleine in der Hauptstadt Paris rund 110.000 Menschen.

In Italien haben gestern (24.10.) Zehntausende Menschen in verschiedenen Städten protestiert. Aber zu einer großen Eskalation kam es nicht. In vielen Fällen haben die Menschen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen friedlich protestiert. Sie protestierten auch gegen zu hohe Lebenshaltungskosten, gegen die Aufrüstung oder Israels Politik im Nahostkonflikt. Insbesondere in Rom, Bologna und Turin kam es aber dennoch zu Zusammenstößen zwischen Protestierenden und der Polizei.

In Albanien haben sich bei regierungskritischen Protesten in der Hauptstadt Tirana Demonstranten und Sicherheitskräfte heftige Auseinandersetzungen geliefert. Protestierende haben Steine auf das Bildungsministerium geworfen und haben die Sicherheitskräfte mit Feuerwerkskörpern angegriffen. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Gummigeschosse und Tränengas ein, berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben des albanischen Gesundheitsministeriums wurden 13 Menschen verletzt, darunter neun Demonstranten. Bei den Demonstrationen haben Tausende teilgenommen. Auslöser für die Proteste in Albanien sind Pläne für ein Luxushotel in einem Küstenschutzgebiet. Dies steht im Zusammenhang mit Jared Kushner, dem Schwiegersohn von Donald Trump. Die Proteste richten sich auch gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama und Korruption im Allgemeinen.

In Portugal hat die Polizei in den frühen Morgenstunden heute (25.10.) ein Protestcamp gegen die Wohnungsnot im Zentrum von Lissabon geräumt. Sie ging dabei gewaltsam gegen die Demonstranten vor und hat mehrere Personen festgenommen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Es habe Leichtverletzte gegeben, die genauen Zahlen sind bisher nicht bekannt. Hintergrund ist die Wohnungskrise in Portugal, die zu den schwersten in Europa zählt. Die Immobilienpreise haben sich seit 2017 fast mehr als verdoppelt. Die Mieten für Neuverträge sind fast ebenso gestiegen. Besonders junge Menschen sind betroffen.

Auch in Spanien gab es Proteste. In Barcelona sind Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene zu Protesten zusammengekommen. Junge Leute hätten dabei Fahrzeuge beschädigt, Geschäfte geplündert und Müllcontainer angezündet, berichteten unter anderem die spanische Zeitung „El País“ und der katalanische TV-Sender Beteve. Die Polizei hat nach Angaben rund 100 Demonstranten festgenommen. Bei etwa einem Viertel der Festgenommenen habe es sich um Minderjährige gehandelt. Es waren mehr als 220 Beamte den Angaben zufolge im Einsatz.

Quelle: ARD, dpa, AFP, Reuters

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Waldemar
Chef von Derchotv | Newsjunkie, Gamer, politisch Interessiert, Mensch, Freund und ein Wadi