Die angeschlagene Warenhauskette Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf die vierte Insolvenz beantragt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung. Der Antrag schaffe den rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzung für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen, teilte Galeria mit.
Die rund 12.000 Beschäftigten müssen nun um ihre Arbeitsplätze bangen. Ob sie Insolvenzgeld bekommen werden und ob entsprechende Standorte schließen müssen, ist bisher unklar.
Nach 2020, 2022 und 2024 ist es für Galeria der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Viele Filialen wurden infolge der zurückliegenden Verfahren geschlossen. Die Gläubiger verzichteten auf Milliardenforderungen, um der Warenhauskette den Weg aus der Krise zu ermöglichen.
Vor gut zweieinhalb Jahren hatten die Unternehmen, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof, den bislang letzten Antrag gestellt. Vorausgegangen war die Schieflage des damaligen Mutterkonzerns Signa. Im Zuge der Insolvenz mussten damals die 92 Warenhäuser schließen.
Seit Sommer 2024 gehören das Unternehmen dem US-Investmentgeschäft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmens Bernd Beetz. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen. Im Juli kündigt Galeria an, 33 Warenhäuser auf den Prüfstand zu stellen und mit Vermietern über Mietkonditionen zu verhandeln. Ohne tragfähige Lösungen sei die Fortführung des jeweiligen Standorts gefährdet, hieß es. Alle Warenhäuser müssten nachhaltig profitabel wirtschaften.
Die Bedeutung von Kauf- und Warenhäusern im Einzelhandel ist in den letzten Jahren stark gesunken. Die Marktanteile sanken nach Angaben des Handelsforschungsinstituts EHI seit 2020 von 4,2 Prozent auf zuletzt 1,2 Prozent. In diesen Zahlen sind neben Galeria auch die Handelsketten Müller und Woolworth enthalten. Zwar gibt es noch kleinere Anbieter wie Breuninger, die KaDeWe-Gruppe und das Kaufhaus Stolz. Ein Ende von Galeria würde aber auch gleichzeitig das Ende der Ära der klassischen Warenhäuser bedeuten.
Quelle: ARD



