Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen in Deutschland 40 Milliarden Euro investieren. Das haben die emiratische Seite und die deutsche Bundesregierung bekanntgegeben. Damit wird die bisherige Investitionssumme des Golfstaates in die deutsche Wirtschaft von rund 34 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.
Gestern (10.09.) hatte Scheich Mohammed einen zweitägigen Staatsbesuch in Deutschland begonnen. Er wurde in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen Ehren begrüßt. Am Nachmittag traf er sich dann mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Dabei sollen mehrere Abkommen unterzeichnet worden sein. Beide Seiten hatten vorab auch deutlich gemacht, dass sie den Staatsbesuch nutzen wollen, um ihre Beziehungen auf eine höhere Stufe zu heben.
Sultan Al Dschaber, der Minister für Industrie und Hochtechnologie der VAE, sagte, dass Deutschland seit Jahrzehnten „ein wichtiger strategischer und wirtschaftlicher Partner“ für sein Land ist. Die geplanten zusätzlichen Investitionen unterstrichen die Absicht der Emirate, diese Beziehung weiter auszubauen. „Aufbauend auf den bereits in Deutschland getätigten Investitionen der VAE in Höhe von 34 Milliarden Euro werden wir jene Industriezweige, Technologien und qualifizierten Arbeitsplätze fördern, die künftiges Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit vorantreiben„, sagte der Minister.
Für Deutschland bedeutet dies langfristige Investitionen. Es werden industrielle Kapazitäten, Innovationen und qualifizierte Beschäftigung gefördert, die Energiesicherheit sowie Lieferketten gestärkt und deutsche Unternehmen werden dabei unterstützt, international wettbewerbsfähig zu bleiben und zu wachsen, sagte Al Dschaber, der auch Chef des staatlichen emiratischen Ölkonzerns ADNOC ist. Den Emiraten eröffneten die Zusagen für Möglichkeiten für gemeinsame Investitionen mit führenden deutschen Industrie- und Technologieunternehmen. Sie vertiefen die Kompetenzen der VAE in strategischen Sektionen und ermöglichen den Aufbau von Unternehmen, die Wachstumsmärkte in der Golfregion, in Asien und in Afrika bedienen könnten.
Die VAE sind für die Bundesrepublik der wichtigste Handelspartner am Golf. Im letzten Jahr hatte der bilaterale Handel ein Volumen von gut 13 Milliarden Euro. Deutschland exportierte Waren im Wert von rund 11 Milliarden Euro, die Importe lagen bei rund 2 Milliarden Euro. Deutsche Investitionen fließen nach Angaben der Bundesregierung vor allem in technologie- und investitionsgüterorientierte Produkte wie Maschinen und chemische Erzeugnisse.
Der Handel wird aber noch durch Import- und Exportrestriktionen gebremst. Die Bundesregierung unterstützt daher die laufenden Verhandlungen zwischen der EU und den Emiraten über ein Freihandelsabkommen.
Quelle: ntv, dpa



