Sechs Jahre nach dem Brexit haben Spanien und Gibraltar ein Abkommen unterzeichnet. Damit hat auch nach mehr als 100 Jahren die Grenzbarriere am Landübergang zwischen den beiden Ländern ausgedient. Es gibt damit seit vergangener Nacht auch keine Grenzkontrollen mehr zwischen dem EU-Land und dem britischen Überseegebiet. Der Abbau des symbolträchtigen und etwa einen Kilometer langen Metallzaunes soll schon diese Woche beginnen.

Spaniens Außenminister José Manuel Albares sprach von einem „historischen“ Ereignis. Erstmals nach drei Jahrhunderten würden sich beide Seiten „die Hände reichen„, sagte der Minister der spanischen Regierung mit Blick auf die Inbesitznahme Gibraltars durch Großbritannien im Jahr 1704.

Möglich wurde der Schritt durch ein Abkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien, das heute (15.07.) in Kraft trat. Ab sofort sollen Personen und Waren den Landübergang ohne die bisherigen Kontrollen passieren können. Gibraltar soll dafür eng an den Schengen-Raum und an neue Zollregelungen mit der EU angebunden werden. Passkontrollen gibt es dann nur noch am Flughafen und am Hafen von Gibraltar. Von den Änderungen profitieren vor allem mehr als 15.000 Grenzpendler. Sie müssen häufig, vor allem zur Hauptverkehrszeit, lange Wartezeiten an der Grenze in Kauf nehmen. Das Abkommen soll zudem die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Region leichter machen.

Obwohl rund 96 Prozent der Abstimmenden in Gibraltar im Jahr 2016 für den Verbleib in der EU votierten, musste das britische Überseegebiet die EU gemeinsam mit Großbritannien verlassen. Das etwa 6,5 Quadratkilometer große Gebiet ist etwa so groß wie die ostfriesische Insel Baltrum.

Quelle: ZDF, dpa

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Waldemar
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