Der diesjährige Chemie-Nobelpreis geht an den Franzosen Henri Kagan und den Japaner Kenso Soai für die Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese. Das hat die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mitgeteilt. Die Entdeckungen seien entscheidend für Chemiker gewesen, die Grundlagen für die Herstellung von Arzneimitteln zu entwickeln, hieß es.

Der Japaner Soai sagte: „Ich freue mich sehr, diese wunderbare Nachricht zum Nobelpreis erhalten zu haben. Das ist einer der aufregendsten Tage meines Lebens.“ Er sei sehr erfreut, sich den Preis mit Kagan teilen zu dürfen.

Einige Moleküle wie Aminosäuren existieren als zwei Varianten, die das Spiegelbild des anderen sind. Lebende Organismen enthalten jedoch nur eines dieser Spiegelbilder. An Andockstellen etwa von menschlichen Zellen passt eine Variante eines Moleküls perfekt, wie ein Schlüssel in ein Schloss. Der andere, der seitenverkehrte Schlüssel, passt dagegen nicht und kann das Schloss sogar beschädigen. Zentrale Bedeutung hat das Prinzip in der Medizin: Viele moderne Medikamente werden gezielt als ein einzelnes sogenanntes Enantiomer entwickelt, das eine gewünschte Wirkung hat. Die andere Variante, die unwirksam oder toxisch sein kann, wird dagegen vermieden.

Wie diese chemische Asymmetrie entstehen kann, war für Chemiker lange ein Rätsel. Kagan und Soai bekommen den Nobelpreis, weil sie eine Lösung dafür gefunden haben.

Die Verleihung der Nobelpreise findet am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Quelle: ZDF, dpa, AFP

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Waldemar
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