Wegen der Energiekrise und der Inflationssorgen infolge des Iran-Kriegs lässt die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins unverändert. Der Zentralbankrat stimmte geschlossen für eine erneute Zinspause. Damit bleibt die Spanne zum vierten Mal in diesem Jahr bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Auch der neue Chef der Fed, Kevin Warsh, wollte in seiner ersten Sitzung die von US-Präsident Donald Trump geforderte Zinssenkung nicht durchsetzen.
Im letzten Jahr hatte die Fed aus Sorge um den Arbeitsmarkt den Leitzins dreimal um jeweils einen Schritt (25 Basispunkte) gesenkt. Bei den bisherigen drei Sitzungen im laufenden Jahr legte man dann Pausen ein. Wegen der unsicheren Weltlage bei zugleich erhöhter Inflation rückten die Zinssenkungen in weite Ferne. Stattdessen scheint eine straffere Geldpolitik im Jahresverlauf wahrscheinlicher, um die Inflation in den Griff zu bekommen.
Grund dafür waren auch die Folgen des Iran-Kriegs und die Blockaden in der Straße von Hormus, durch die das weltweite Energieangebot deutlich eingeschränkt wurde. So mussten Firmen derzeit viel mehr Geld für Öl, Gas und Dünger ausgeben. Das belegen auch die Zahlen vom Mai in der größten Volkswirtschaft der Welt: Für Energie musste man 23,5 Prozent mehr in den USA bezahlen als vor einem Jahr. Besonders stark angestiegen waren die Benzinpreise. Dort hatte sich der Kraftstoff etwa um 40 Prozent verteuert.
Aber auch die Zahl der Beschäftigten in den USA ist im Mai überraschend um 172.000 gestiegen, fast doppelt so viel wie von Experten erwartet. Das lässt Zinssenkungen in weite Ferne rücken und stattdessen, auch wenn unwahrscheinlich, werden Zinserhöhungen wieder ein Thema.
Quelle: ZDF, dpa



