In Deutschland sind im letzten Jahr so wenige Wohnungen gebaut worden wie zuletzt vor mehr als 10 Jahren. So wurden 2025 insgesamt 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 18 Prozent weniger als 2024, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit ist die Zahl der fertiggestellten Wohnungen das zweite Jahr in Folge deutlich gesunken. Im Jahr 2024 hatte es einen Rückgang von 14,4 Prozent gegeben.
Der Wohnungsbau in Deutschland hatte im Jahr 2009 einen Tiefstand erreicht: Damals wurden nur 159.000 Wohnungen fertiggestellt. Die Zahl kletterte aber bis 2020 auf 306.400 Wohnungen. Danach sank sie von 2021 bis 2023 wieder unter die Marke von 300.000 Wohnungen.
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) sprach von „schlechten Zahlen„. Diese seien das Resultat der vergangenen Krisenjahre. „Rund 206.000 gebaute Wohnungen im letzten Jahr sind zu wenig„, sagte die Ministerin. „Das ist die ehrliche Botschaft an alle, die heute eine Wohnung suchen.“ Vor allem in Ballungsräumen ist der Wohnraum knapp. Schätzungsweise fehlen rund eine Million Wohnungen in Deutschland.
Experten gehen davon aus, dass der Abwärtstrend in diesem Jahr weitergehen wird. Das Ifo-Institut rechnet nur noch mit 185.000 fertiggestellten Wohnungen. So seien Inflation, sinkende Reallöhne und steigende Materialkosten sowie höhere Zinsen eine Belastung für die Baubranche. Aber es gebe noch weitere Gründe. Experten sagen, dass das Bauen zu aufwändig, zu teuer, zu reguliert und zu langwierig sei.
Quelle: ARD



