Die UniCredit hat heute (16.03.) ein offizielles, freiwilliges Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt. Die Eigner des deutschen Geldhauses erhielten 0,485 neue UniCredit-Papiere für jede Commerzbank-Aktie, wie die italienische Großbank mitteilte.

Vor dem Start des neuen Angebots braucht UniCredit aber noch die Zustimmung einer außerordentlichen Hauptversammlung. Über die hierfür notwendige Kapitalerhöhung soll bis zum 4. Mai entschieden werden. Das wären nur wenige Tage vor der Hauptversammlung der Commerzbank, die für den 20. Mai geplant ist.

Unsere Botschaft an die Commerzbank ist: Es ist an der Zeit, zu reden„, sagte UniCredit-Chef Andrea Orcel in einer Telefonkonferenz am Montag. Er strebe auch einen „konstruktiven Dialog“ mit anderen Aktionären der Commerzbank an. Orcel erklärte immer wieder, dass Europa im Wettlauf mit den starken US-Geldhäusern größere Banken brauche. Mit der HypoVereinsbank ist UniCredit schon im deutschen Bankenmarkt vertreten. „Das Angebot zielt darauf ab, die im deutschen Übernahmerecht vorgesehene 30-Prozent-Hürde zu überwinden und in den kommenden Wochen einen konstruktiven Dialog mit der Commerzbank und ihren Stakeholdern zu fördern„, teilte die UniCredit mit.

Sie kontrolliert eigenen Angaben zufolge direkt oder über Termingeschäfte bislang 29,9 Prozent der Commerzbank-Anteile. Ab der Schwelle von 30 Prozent wäre UniCredit zu einem Übernahmeangebot verpflichtet gewesen, was wohl höher ausgefallen wäre.

Nach der globalen Finanzkrise bewahrte der deutsche Staat die Commerzbank vor einem möglichen Kollaps. Mittlerweile hält der Bund gut 12 Prozent der Anteile. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte in der Vergangenheit, die Bundesregierung setze auf eine „starke und unabhängige Commerzbank„. Das hat auch ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums wiederholt. „Eine feindliche Übernahme wäre insbesondere mit Blick darauf, dass die Commerzbank eine systemrelevante Bank ist, nicht akzeptabel„, sagte er. „Aktuell sehen wir eine Ankündigung, aber noch kein förmliches Angebot.“ Sollte in der Zukunft ein solches Übernahmeangebot vorliegen, sei es Sache von Vorstand und Aufsichtsrat, dieses zu prüfen.

Die Commerzbank selbst sieht keine Grundlage für Gespräche. „Das angekündigte Übernahmeangebot ist nicht mit der Commerzbank abgestimmt„, teilte die Bank aus Frankfurt mit. „Darüber hinaus beinhaltet die Kommunikation der UniCredit keine weiteren Informationen bezüglich der Eckpfeiler einer wertstiftenden Transaktion. Das wäre die notwendige Grundlage für etwaige Gespräche.

Quelle: ARD

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Waldemar
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