Die Gewerkschaft Verdi hat neue Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr angekündigt. Betroffen sind ab Donnerstag (19.03.) die Fahrgäste in Bayern, dem Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.
In Hessen wird im Laufe des Tages entschieden, ob dort auch gestreikt wird. Dort wird noch verhandelt. In Bremen soll die Entscheidung am Mittwoch (18.03.) fallen. Schon morgen (17.03.) soll es in NRW zu Warnstreiks im ÖPNV kommen. Dazu hatte man schon vergangene aufgerufen. Heute (16.03.) sollen im Bundesland die Beschäftigten in den Verwaltungen und Kundenzentren die Arbeit niederlegen. Auch in Sachsen wird der Nahverkehr heute schon bestreikt.
Es ist der dritte großflächige koordinierte ÖPNV-Arbeitskampf in den laufenden Tarifverhandlungen, die Verdi parallel in allen Bundesländern führt. In Baden-Württemberg sowie in Schleswig-Holstein gibt es bereits Einigungen. Der Vizevorsitzende von Verdi, Christine Behle, teilte mit: „In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang.“ Behle verwies darauf, dass es von den Arbeitgebern heiße, die Zeiten seien schwierig. „Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her„, sagte sie. Verdi ruft daher gezielt dort zu Streiks auf, wo es für eine Einigung mehr Druck braucht Die Proteste seien ein Signal für bessere Arbeitsbedingungen. Ziel der Gewerkschaft sei es, die hohe Belastung der Beschäftigten zu senken und die Berufe wieder attraktiver zu machen. Nur so könne man die hohe Personalfluktuation stoppen und den Mangel an Fahrerinnen und Fahrern bekämpfen.
In den Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden und Verkehrsunternehmen geht es in den meisten Bundesländern um bessere Arbeitsbedingungen im Rahmen der sogenannten Manteltarifverträge. Diese regeln die Arbeitszeit, Pausenlänge und freie Zeit zwischen den Schichten. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird auch über höhere Löhne und Gehälter verhandelt.
Bisher ist nur Niedersachsen von den Arbeitskämpfen verschont geblieben. Doch Ende dieses Monats endet eine Friedenspflicht.
Quelle: ZDF, dpa, AFP



