Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigt sich offen für ein mögliches Social-Media-Verbot für Minderjährige. Persönlichkeitsdefizite und Probleme im Sozialverhalten von jungen Menschen dürften keine Verwunderung auslösen, „wenn Kinder heute im Alter von 14 Jahren bis zu fünf Stunden und mehr Bildschirmzeit haben am Tag, wenn die gesamte Sozialisation nur noch über dieses Medium stattfindet„, sagte der CDU-Vorsitzende in einem Podcast.
Für den kommenden Parteitag der CDU, der am Freitag (20.02.) beginnt, liegt ein Antrag aus dem Landesverband Schleswig-Holstein vor. Der empfiehlt, das Mindestalter für die Nutzung von Instagram, TikTok, Facebook und Co. auf 16 Jahre festzusetzen, „begleitet von einer verpflichtenden Altersverifikation„.
Merz sagte, dass er viel Sympathie für den Vorschlag von jedem aus der SPD habe. Führende SPD-Politiker hatten ein Papier mit konkreten Vorschlägen zur Umsetzung eines Verbots vorgelegt. Der Kern des Ganzen ist ein nach Altersgrenzen abgestuftes Modell, das ein vollständiges Verbot für Kinder unter 14 Jahren beinhaltet.
Merz sei eigentlich bei Verboten sehr zurückhaltend, aber er sagte: „Im Vordergrund muss stehen: Wie schütze ich die Kinder in einem Alter, in dem sie auch Zeit haben müssen, zu spielen, zu lernen, sich in der Schule zu konzentrieren?“ Er sei zwar der Meinung, dass Kinder in der Schule mit dem Umgang von elektronischen Medien lernen sollen: „Aber das Argument, man muss Kinder heranführen, damit sie es können, trägt ehrlich gesagt nicht„, betonte der Kanzler. Er argumentierte: „Dann müssten sie auch Alkohol schon in der Grundschule ausgeben, damit sie sich daran gewöhnen.„
Quelle: ZDF, dpa, AFP



