Der Wirtschaftsflügel der CDU hat ein Ende des Rechtsanspruchs auf Teilzeit ausgesprochen. Wie das Magazin „Stern“ berichtet, soll auf dem Parteitag der Christdemokraten Ende Februar ein entsprechender Antrag mit dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ beschlossen werden. Der Antrag liegt dem Magazin bei.
Darin fordert die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), dass für den Rechtsanspruch eine „besondere Begründung“ vorliegen muss. Besondere Gründe könnten die Erziehung für die Kinder, die Pflege Angehöriger oder Weiterbildungen sein. Freiwillige Teilzeitarbeit ohne Betreuungspflichten soll es hingegen nicht mehr geben. „Wer mehr arbeiten kann, sollte mehr arbeiten„, sagt die Vorsitzende des MIT, Gitta Connemann, dem „Stern“. Es gebe einen dramatischen Fachkräftemangel. Deswegen dürfe „freiwillige Teilzeit aus Gründen der individuellen Lebensgestaltung“ nicht dauerhaft durch den Sozialstaat abgesichert werden.
Kritik an diesem Vorstoß kommt auch aus der eigenen Partei. Der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Dennis Radtke, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Mit einer solchen Einschränkung zäumen wir das Pferd von der falschen Seite auf.“ Er wünsche sich auch, dass mehr Menschen von Teilzeit auf Vollzeit wechseln, sagte er. Dafür müssten aber auch Rahmenbedingungen bei der Kinderbetreuung und bei der Pflege verbessert werden, die dies bislang an manchen Stellen unmöglich machten. In diesem Zusammenhang sagte Radtke, dass viele Teilzeitbeschäftigte dieses Modell oftmals als „Teilzeitfalle“ empfänden.
Aber tatsächlich liegen bei einer Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten äußere Gründe für die Teilzeit vor: Knapp die Hälfte der betroffenen Frauen betreut Kinder oder pflegebedürftige Angehörige, bei Männern sind es knapp 20 Prozent der Teilzeitbeschäftigten. Etwa 10 Prozent der Teilzeitbeschäftigten würden zudem gerne mehr arbeiten, finden aber keine entsprechende Stelle.
In Deutschland hat bisher jeder Arbeitnehmer grundsätzlich das Recht auf Teilzeit. Im Jahr 2024 haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 29 Prozent der Erwerbstätigen in Teilzeit gearbeitet. Im letzten Jahr überschritt die Teilzeitquote erstmals 40 Prozent. Demnach arbeitete mit 49 Prozent fast jede zweite Frau in Teilzeit, bei den Männern waren es 12 Prozent.
Quelle: ARD, Stern



