Nach der Brandkatastrophe in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana haben die Behörden alle 40 Todesopfer identifizieren können. Unter den 40 Todesopfern befinden sich 21 Schweizerinnen und Schweizer, wie die Polizei im Kanton Wallis bekanntgab.

Dazu kämen neun Franzosen, sechs Italiener, eine Belgierin, eine Portugiesin, ein Rumäne und eine aus der Türkei. Die Opfer waren zwischen 14 und 39 Jahren alt, 20 von ihnen waren minderjährig. Das jüngste Todesopfer ist eine 14-Jährige aus der Schweiz. Es waren keine Deutschen unter den Todesopfern.

Einige der über 100 schwer verletzten Überlebenden sind in einer kritischen Phase. Bei sehr schweren Verbrennungen treten Symptome der Verbrennungskrankheit wie Organversagen erst nach 48 Stunden auf, erläutern Experten. Zudem wächst das Risiko von Infektionen, weil das überforderte Immunsystem geschwächt ist. Erst wenn die Risiken minimiert sind, beginnen die ersten von zahlreichen Operationen, um die verbrannte Haut zu entfernen und zu ersetzen. Idealerweise nimmt man dafür Haut von anderen Körperstellen, die unversehrt geblieben sind.

Mehrere Patienten sind inzwischen in auf Verbrennungen spezialisierte Kliniken in Deutschland verlegt worden. Die Schweiz verfügt nicht über genügend Kapazitäten, um alle Verletzten langfristig zu behandeln, und Plätze für 50 Patientinnen und Patienten wurden überwiegend in Nachbarländern angefragt. Unter anderem werden die Überlebenden in Ludwigshafen, Stuttgart, Tübingen, Bochum und Köln-Merheim behandelt. Weitere Kliniken haben zugesagt. Unter den Verletzten sind die meisten Schweizer sowie Franzosen, Italiener, Serben und einzelne Angehörige anderer Länder.

Die Schweiz plant am 9. Januar einen nationalen Trauertag und eine Gedenkfeier für die Opfer. Die Gemeinde hat online ein Kondolenzbuch bereitgestellt Als Erster schrieb der Bundespräsident der Schweiz, Guy Parmelin, rein. Er schrieb: „Allen trauernden Familien, allen Opfern sage ich erneut mit Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit: Ihr Leid ist auch unser Leid.“ Er wird auch an der Gedenkfeier in Crans-Montana teilnehmen.

Parmelin sagte, dass zu Beginn der Trauerfeier in Crans-Montana im ganzen Land die Kirchenglocken läuten, begleitet von einer landesweiten Schweigeminute.

Quelle: ZDF, dpa, AFP