Die venezolanische Oppositionsführerin und diesjährige Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist wenige Stunden nach der Preisverleihung in Oslo eingetroffen. Sie erschien am späten Mittwochabend (10.12.) am Balkon des Grand Hotel, winkte Unterstützern zu und sang die venezolanische Nationalhymne. Dort traf sie auch erstmals seit zwei Jahren ihre Familie.
Machado erklärte, sie wolle den Preis „im Namen des venezolanischen Volkes“ annehmen und ihn später nach Venezuela zurückbringen. Wann sie in ihr Heimatland zurückkehren werde, ließ sie offen. Bei einer Rückkehr droht ihr allerdings eine Festnahme. Denn die venezolanische Staatsanwaltschaft betrachtet sie als flüchtig und ermittelt unter anderem wegen Vaterlandsverrats.
Medienberichten zufolge gelangte Machado zunächst mit einem Fischerboot nach Curacao und reiste danach über die USA in einem Privatjet nach Norwegen weiter. Die Regierung in Caracas bezeichnete die Nobelzeremonie als „politische Show“ und kritisierte die Auszeichnung scharf.
Machado gilt als zentrale Figur der venezolanischen Opposition. Sie hatte im vergangenen Jahr den Wahlkampf des Oppositionskandidaten Edmundo González unterstützt, den viele als eigentlichen Wahlsieger sehen. Wegen Repressionen lebte sie zuletzt über ein Jahr im Untergrund.
Quelle: ARD



