Die Deutsche Post hat immer noch zu wenig Filialen auf dem Land als sie haben müsste. Im Juli habe es 141 sogenannte unbesetzte Pflichtstandorte gegeben und damit sechs mehr als im Februar, teilte die Bundesnetzagentur auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Einer gesetzlichen Regel zufolge muss die Deutsche Post in Gemeinden, die mehr als 2.000 Einwohner haben, mindestens eine Filiale haben. In Gemeinden, wo mehr als 4.000 Menschen leben, darf die Entfernung zur Filiale in zusammenhängenden Wohngebieten nicht mehr als zwei Kilometer betragen.

Mit knapp 13.000 Filialen, meistens in Kioske und andere Einzelhändler mit Post-Schalter, ist die Post stark vertreten, aber eine staatliche Pflicht von insgesamt 12.000 Filialen wird damit übertroffen. Aber auf dem Land und am Stadtrand hält die Post die besagte Entfernungsregeln nicht immer ein.

Grund für die Schwierigkeiten des Logistikers ist der Strukturwandel auf dem Land: Wenn ein Dorf der letzte Supermarkt oder Krämerladen schließt und kein anderer Einzelhändler mehr als Partner bereitsteht, bleibt der Filialstandort unbesetzt. Es dauert manchmal auch einfach, bis sich da ein neuer Partner findet.

Ein Sprecher der Post wies dem ZDF darauf hin, dass die Einrichtung von Filialen „insbesondere in ländlichen Gebieten mit wenig ausgeprägter Einzelhandels-Infrastruktur sehr herausfordernd ist und wir immer wieder mit Geschäftsaufgaben von Filialpartnern rechnen müssen.“ Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass die Zahl der nicht besetzten Standorte gestiegen sind. „Wir werden auch weiterhin mit Hochdruck und im engen Dialog mit den Bürgermeistern in den betreffenden Kommunen daran arbeiten, an allen ‚Pflichtstandorten‘ präsent zu sein“, sagte der Sprecher des Konzerns DHL, dessen nationales Briefgeschäft weiterhin unter Deutsche Post firmiert.

Das Problem dürfte sich nun bald ändern: Denn für das nächste Jahr greifen neue Regeln des Postgesetzes, das kürzlich geändert wurde. Dann werden unter bestimmten Umständen auch sogenannte Poststationen bei der Erfüllung der Pflichtvorgabe angerechnet, was bislang nicht der Fall war. An Poststationen können Briefmarken gekauft werden, Pakete frankiert sowie Briefe und Pakete abgegeben werden. Dazu gibt es eine Videoberatung. Der Vorteil ist, dass die Automaten sind rund um die Uhr verfügbar. Von den 141 unbesetzten Pflichtstandorten im Juli hatten 27 Standorte einen Automaten. Dort war es also durchaus möglich, postalische Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Doch die Post muss sich hier mit den Kommunalvertretern abstimmen und sie braucht bei der Anrechnung eines Automaten auf die Filialpflicht die Zustimmung der Bundesnetzagentur.

Quelle: ZDF

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Waldemar
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