Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat die Forderungen nach einer Lockerung der Einwanderungsregeln zur Eindämmung des Lastwagenfahrermangels in seinem Land zurückgewiesen. Autofahrer in Großbritannien haben aktuell große Schwierigkeiten an Kraftstoff zu kommen, weil viele Tankstellen im Land nicht mehr ausreichend beliefert werden.

Johnson sagte: „Was wir nicht wollen, ist zurückzukehren zu einer Situation, der die Logistikbranche sich auf eine Menge Einwanderung günstiger Arbeitskräfte stützt, was zur Folge hat, dass die Gehälter nicht steigen und die Qualität der Arbeitsplätze nicht zunimmt.“ Die britische Wirtschaft müsse ihre Abhängigkeit von schlecht bezahlten ausländischen Arbeitskräften beenden, um eine „gut bezahlte, gut ausgebildete, hochproduktive Volkswirtschaft“ zu werden.

Heute (03.10.) beginnt in Manchester der Parteitag der regierenden Konservativen. Die Kraftstoffkrise droht, die Konferenz zu überschatten. Aktuell fehlen nach Schätzungen rund 10.000 LKW-Fahrer. Das führte auch schon zu leeren Regalen in den Supermärkten. Auch andere Branchen, wie die Fleischindustrie, haben ein Problem mit Fachkräftemangel. Arbeitsnehmer aus den östlichen EU-Staaten sind seit den Brexit in großer Zahl abgewandert.

Um den Kraftstoffmangel in den Griff zu bekommen, hat die Regierung in London angekündigt, dass man bis März 2022 300 befristete Visa für Tanklastfahrer ausstellen möchte. Zudem sollen von morgen (04.10.) an 100 Militärangehörige beim Verteilen von Kraftstoff helfen.

Quelle: n-tv.de