In vielen Teilen Deutschland wird der Grippe-Impfstoff knapp. „Alles, was jetzt kommt, wird nicht mehr geimpft“, sagte der Geschäftsführer der Apothekenkammer des Saarlandes, Carsten Wohlfeil. „Bei allen Lieferanten ist momentan nicht zu holen“, erklärte Stefan Fink, der Vorsitzender des Apothekenverbandes in Thüringen. Auch aus anderen Bundesländern werden Lieferverzögerung oder Engpässe gemeldet.

Das Bundesgesundheitsministerium nennt als mögliche Ursachen für den Mangel neben einer höheren Nachfrage eine verspätete Bestellung von Grippe-Impfstoffen durch Ärzte und Apotheker, zu große Vorräte in manchen Arztpraxen und Apotheken sowie Direktverträge zwischen Krankenkassen und Apothekern.

Wegen dieser regionalen Engpässe hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Vorschriften für die Beschaffung gelockert. So können die Bundesländer bei regionalem Bedarf erlauben, dass sich Apotheken und Arztpraxen untereinander mit Grippeimpfstoff versorgen und dass aus anderen Ländern der EU bezogene Impfstoffe in den Apotheken abgegeben werden. Spahn sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Klar muss sein: Jeder, der will, muss sich gegen Grippe impfen lassen können.“ Nach Angeben des Ministeriums sind in Deutschland rund 15,7 Millionen Impfdosen verfügbar. Das seien rund eine Million mehr als im vergangenen Jahr genutzt wurden.

Für diese Saison haben die Pharmakonzerne mehr Grippe-Impfstoff herstellen. Es dauert etwa ein halbes Jahr, um einen üblichen Impfstoff auf Hühnereibasis zu produzieren, sagte eine Sprecherin des Herstellers Sanofi.

Quelle: heute.de, Dpa

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