Es ist noch nicht einmal zwei Monate her, dass ein Friedensvertrag zwischen Thailand und Kambodscha unterzeichnet wurde. Nun eskaliert die Spannung zwischen den beiden Staaten erneut, denn am Montagmorgen (08.12.) Ortszeit flog das thailändische Militär Luftangriffe im Grenzgebiet, unter anderem in der Nähe des Hindu-Tempels Prasat Preah Vihear, der von beiden Staaten in Südostasien beansprucht wird.
In Thailand sollten mehr als 385.000 Zivilisten aus vier Grenzbezirken in Sicherheit gebracht werden. Auch auf kambodschanischer Seite sollten die Bewohner mehrerer Dörfer, die an der Grenze sind, evakuiert werden, gab das Informationsministerium von Kambodscha bekannt. Der Beschuss aus der Luft sei als Vergeltungsanschlag auf Angriffe kambodschanischer Truppen im Grenzgebiet Chong An Man am frühen Morgen erfolgt, bei denen ein thailändischer Soldat getötet worden sei, teilte Thailands Armeesprecher Winthai Suvaree den Medien mit.
Kambodscha habe zuerst militärische und zivile Ziele in Thailand mit Granaten und Raketen beschossen, mehrere weitere Soldaten seien verletzt worden. Das Feuergefecht habe etwa 20 Minuten gedauert. Das Verteidigungsministerium in Kambodscha teilte mit, dass das thailändische Militär seine Streitkräfte im Morgengrauen an zwei Orten angriff. Dem seien tagelang Provokationen vorausgegangen.
Der malaysische Ministerpräsident Anwar Ibrahim hat beide Seiten zur Zurückhaltung aufgefordert. Auf der Plattform X, ehemals Twitter, schrieb er: „Wir fordern beide Seiten dringend auf, maximale Zurückhaltung zu üben.„
Thailand und Kambodscha hatten sich vorher gegenseitig beschuldigt, eine im Oktober unterzeichnete Waffenruhe verletzt zu haben. Jedoch hatte Thailand die Umsetzung des Abkommens Mitte November ausgesetzt, nachdem ein Soldat durch eine Landmine verletzt worden war. US-Präsident Donald Trump und der malaysische Ministerpräsident hatten die Waffenruhe vermittelt.
Quelle: ZDF, Reuters, AP, dpa



