Die EU und Australien haben sich nach acht Jahren Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen einigen können. Das teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Australiens Premierminister Anthony Albanese in Canberra, der australischen Hauptstadt, mit. Beide stellten zudem auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor.

Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig ist, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeit zu verringern, gerade in Zeiten der aggressiven US-Zollpolitik von Donald Trump. Das Abkommen mit Australien folgt auch den politischen Zielen der EU, die Beziehungen im Indopazifikraum auszubauen und die Kooperation mit gleichgesinnten Demokraten zu stärken.

Mit diesem Abkommen sollen Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden, um die Wirtschaft beider Seiten wieder anzukurbeln. Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren sollen, sind nach Angaben der EU-Kommission etwa der Maschinenbau, Chemikalien, Fahrzeugindustrie und die Landwirtschaft.

Von der Leyen sagte: „Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind.“ Die EU und Australien sind zwar geografisch weit voneinander entfernt, aber in der Sicht der Welt kann man einander kaum näher sein.

Auch im Bereich der Sicherheit und Verteidigung rückt man näher zusammen. Von der Leyen sieht unter anderem stärkere Kooperation gegen Cyber-Risiken, hybride Bedrohungen sowie Manipulationen von Informationen aus dem Ausland und Einmischung. Die EU geht davon aus, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um bis zu 33 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro jährlich wachsen können. Zudem soll das Abkommen auch EU-Fachkräften die Arbeit in Australien erleichtern und mit Einreisequoten für Ingenieure und Forschende auf beiden Seiten die Innovationskraft stärken.

Wann genau das Abkommen mit Australien ratifiziert werden kann, ist bisher nicht bekannt. Denn der Vertragstext muss noch rechtlich geprüft werden und in alle Amtssprachen der Europäischen Union übersetzt werden. Danach muss er von den Mitgliedsstaaten und vom Europäischen Parlament gebilligt werden.

Quelle: ZDF, AFP, dpa

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Waldemar
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