Der ORF hat eine für Montagabend (16.03.) geplante Dokumentation über Natascha Kampusch vorerst aus dem Programm genommen. Das hat der öffentlich-rechtliche Sender mitgeteilt Als Grund nennt man „unterschiedliche Auffassungen betreffend die Persönlichkeitsrechte von Natascha Kampusch„. Demnach wolle man sich „Zeit für eine entsprechende finale Abklärung geben„, hieß es.

Ursprünglich sollte morgen Abend um 20:15 Uhr die Sendung „Thema Spezial: Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit“ in ORF 2 gezeigt werden. Stattdessen wird es nun eine Ausgabe der „Millionenshow“, dem österreichischen Pendant zu „Wer wird Millionär?“, geben. Dazu eine verlängerte Ausgabe des Magazins „Kulturmontag“.

Zuletzt hatte Kampuschs Familie einen schweren gesundheitlichen Zusammenbruch der 38-Jährigen, die 1998 als 10-Jährige entführt wurde und acht Jahre lang gefangen gehalten wurde, öffentlich gemacht. Vor diesem Hintergrund hatte es wegen der ORF-Doku auch Kontroversen über die Ausstrahlung gegeben. Wie der „Standard“ berichtet, sollen sich auch Kampusch-Ärzte gegen das Projekt ausgesprochen haben.

Die Verbrechensopferhilfe Weißer Ring begrüßte die Entscheidung, dass der ORF nicht die Dokumentation ausstrahlen wird. Die Geschäftsführerin des Weißen Rings, Caroline Kerschbaumer, und Claudia Mikosz erklärten: „Zentral ist, dass identifizierbare Betroffene von schweren Straftaten immer eine selbstständige und absolut informierte Entscheidung treffen können, ob und wie medial über sie berichtet wird.“ Zugleich erklärte der Weiße Ring, dass schon durch die Vorberichterstattung erheblicher Schaden entstanden sei. Dass der ORF zum jetzigen Zeitpunkt auf eine Ausstrahlung verzichtete, sei ein „wichtiges Signal für einen verantwortungsvollen Umgang mit Betroffenen von Straftaten„.

Quelle: DWDL

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Waldemar
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