Der ORF-Generaldirektor Roland Weißmann ist zurückgetreten. Grund sind Vorwürfe einer Mitarbeiterin gewesen. Zudem soll der Stiftungsrat des öffentlich-rechtlichen Senders in Österreich seinen Rücktritt verlangt haben. Bei den Vorwürfen soll es um unangemessenes Verhalten Weißmanns zu Beginn seiner Amtszeit als ORF-Chef im Jahr 2022 gegenüber einer Mitarbeiterin gehen.
„In den vergangenen Tagen hat eine ORF-Mitarbeiterin gegenüber dem Generaldirektor Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben„, heißt es vom ORF. Der 57-Jährige bereitet diese Vorwürfe, heißt es weiter.
Der Anwalt von Weißmann, Oliver Scherbaum, lässt mitteilen: „Mein Mandant wurde vom Stiftungsrat darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihm von einer Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit als Generaldirektor (2022) vorgeworfen wird. Ihm wurde seitens des Stiftungsrates eine Frist von wenigen Tagen eingeräumt, um seinen Rücktritt zu erklären, obwohl mein Mandant die Vorwürfe bestritten hat und eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe nicht erfolgte.“ Seinem Mandanten „bis heute der genaue vorgebrachte Sachverhalt nicht vor, dennoch war er, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, zu weitreichenden Zugeständnissen bereit und trat daher am Sonntag mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion als Generaldirektor zurück.„
„Mediale Verbreitung der nicht aufgeklärten Vorwürfe kann nur als überschießende Reaktion interpretiert werden, obwohl mittlerweile sogar eine Einigung mit der betreffenden Mitarbeiterin gefunden wurde„, erklärte der Anwalt weiter. Weiter sagte er: Die Wiedergabe der Vorwürfe „verletzen massiv die Persönlichkeitsrechte meines Mandanten und werden zu entsprechenden rechtlichen Konsequenzen führen.„
Der im Raum stehende Vorwurf verlange „eine rasche und transparente Aufklärung in enger Kooperation mit der ORF-Compliance-Stelle, bei der die Wahrung des Schutzes der betroffenen Person das oberste Ziel sein müsse„, teilten der Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats, Heinz Lederer, und sein Stellvertreter Gregor Schütze mit. „Lederer und Schütze danken Roland Weißmann für seine Verdienste und die 30-jährige Tätigkeit im ORF„, heißt es weiter.
Die Radiodirektorin Ingrid Thurnher wird den Posten von Weißmann übernehmen, bis eine Nachfolge geklärt ist. Am Fahrplan für die Wahl eines neuen Generaldirektors für 2027 ändert sich nichts, heißt es vom ORF. Doch der renommierte Rundfunkrechtler Hans Peter Lehofer widersprach dem auf der Plattform BlueSky, berichtet die Zeitung „Der Standard“. Der Job sei „unverzüglich“ auszuschreiben, der Fahrplan also hinfällig, schreibt Lehofer.
Roland Weißmann wurde 2021 zum Generaldirektor des Österreichischen Rundfunks gewählt. Er wurde Nachfolger von Alexander Wrabetz.
Quelle: Der Standard


