Der ehemalige Staatspräsident von Südkorea, Yoon Suk Yeol, ist von einem Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Zentralbezirksgericht in Seoul hat den 65-Jährigen des Amtsmissbrauchs und der Anstiftung zu einem Aufstand für schuldig befunden. Die Staatsanwaltschaft forderte die Todesstrafe.

Yoon, der seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft sitzt, hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Sein Anwalt erklärte, dass er mit seinem Mandanten über eine Berufung beraten werde. Das Urteil sei nicht von Beweisen gedeckt, heißt es weiter.

Yoon hatte im Dezember 2024 das Kriegsrecht verhängt und erklärt, dass das Parlament voller Krimineller und „staatsfeindlicher Kräfte“ sei. Das Gebäude wurde vom Militär umstellt. Es gelang aber genügend Abgeordneten, in den Plenarsaal zu gelangen, um das Dekret abzulehnen.

Das Parlament leitete die Amtsenthebungsverfahren ein. Yoon wurde im April 2025 dann offiziell vom Verfassungsgericht des Amtes enthoben. Seit Juli sitzt er in Haft. Im Januar wurde er schon wegen des Widerstands gegen seine Festnahme und Fälschung von offiziellen Dokumenten zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt.

Quelle: ZDF, Reuters, AP