Etwa ein Fünftel der Menschen in Deutschland ist empfänglich für autoritäre Ideen, in Ostdeutschland ist es sogar ein Viertel. Dies geht aus dem Deutschland-Monitor hervor, einer umfassenden Studie, in der rund 8.000 Personen befragt wurden.

Die Forscher fragten nicht nur nach Demokratie und Diktatur, sondern versuchten auch, mit indirekten Fragen den „Graubereich“ auszuleuchten.

So haben 31 Prozent mit der Aussage zugestimmt: „Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die den Willen des Volkes insgesamt verkörpert.“ Weitere 23 Prozent stimmen zumindest zum Teil dafür zu. In Ostdeutschland liegt die volle Zustimmung sogar bei 35 Prozent, weitere 26 Prozent sagen teils/teils. Dass politische Entscheidungen von einer „starken Führungspersönlichkeit“ ohne Rücksicht auf das Parlament getroffen werden sollen, unterstützt nach Angaben des Deutschland-Monitors bundesweit 11 Prozent, weitere 21 Prozent sagen: teils/teils. Auch hier ist die Quote in Ostdeutschland höher: Hier bejahen es 15 Prozent, weitere 22 Prozent teilweise.

Die These „Unter bestimmten Umständen ist eine Diktatur die bessere Staatsform“ tragen bundesweit 4 Prozent ganz und weitere 7 Prozent teilweise mit. In Ostdeutschland findet dies bei 6 Prozent der befragten voll Zustimmung, weitere 12 Prozent sagen teils/teils.

Direkte Fragen nach Demokratie und Diktatur ergaben scheinbar eindeutige Antworten: Die „Idee der Demokratie“ befürworten 98 Prozent. 89 lehnen eine Diktatur unter allen Umständen ab. Mit dem „Funktionieren der Demokratie“ sind den Ergebnissen zufolge aber bundesweit nur 60 Prozent zufrieden, in Ostdeutschland nur 51 Prozent.

Insgesamt sehen 71 Prozent ehe eine negative Entwicklung der Demokratie in Deutschland, heißt es weiter.

Quelle: ZDF, dpa