Die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wird sich verzögern. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, sei der Termin zur Fertigstellung witterungsbedingt nicht zu halten.

Gerd-Dietrich Bolte, der Vorstand im Bereich Infrastrukturplanung und -projekte der Bahntochter DB InfraGo, sagte: „Wir haben es hier in der Region mit dem stärksten Wintereinbruch seit mehr als 15 Jahren zu tun.“ Weiter sagte er: „Natürlich haben wir in unserem Zeitplan einen Puffer für die kalte Jahreszeit eingebaut, aber Dauerfrost und Schnee halten deutlich länger an als erwartet.“ Wegen der dauerhaft niedrigen Temperaturen könnten die seit Ende Dezember bestimmten Arbeiten technisch nicht durchgeführt werden, so die Bahn in einer Mitteilung. „Da die Kabelkanäle vereist und teils zugefroren sind, können zum Beispiel Kabel für die Signal- und Stellwerkstechnik nicht wie geplant verlegt werden. Auf einigen Abschnitten der Strecke reicht der Bodenfrost bis in eine Tiefe von 70 Zentimetern.

Die Bahn hatte ursprünglich geplant, die Strecke Ende April wieder in Betrieb zu nehmen. Nun soll bis Mitte März erst einmal ein neues Konzept für die Inbetriebnahme ausgearbeitet werden. Nach Informationen des „Tagesspiegel“ sollen sich die Arbeiten an der Strecke um mindestens sechs Wochen verzögern. Bolte kündigte laut der Mitteilung zusätzliche Anstrengungen an, um den Rückstand zumindest zu verringern. „Jetzt beginnt die Aufholjagd, wir hoffen jeden Tag auf besseres Wetter.“ Das Ziel sei, „möglichst dicht an der geplanten Inbetriebnahme dran zu bleiben„.

Schon Anfang August wurde die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin für die Sanierung gesperrt. Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer und ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken in Deutschland. Seit Beginn der Sperrung wird der Fernverkehr über Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Fahrzeit hat sich dadurch um 45 Minuten verlängert. Statt zwei Verbindungen pro Stunde gibt es nur noch eine Verbindung pro Stunde.

Die Generalsanierung der Strecke ist ein Teil einer größeren Initiative: Die Bahn will bis zum Jahr 2036 mehr als 40 vielbefahrene Schienenkorridore grundlegend modernisieren. Den Anfang machte vor zwei Jahren die sogenannte Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Die Strecke zwischen Hamburg und Berlin gilt als besondere Herausforderung, da die Strecke deutlich länger und komplexer als die Riedbahn ist.

Quelle: ARD, Tagesspiegel