Die Komplizin des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffery Epstein, Ghislaine Maxwell, hat eine Anhörung im US-Repräsentantenhaus verweigert. Sie berief sich auf ihr Recht zu schweigen, wie der republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, James Comer, mitteilte. Sie sei nach Angaben ihres Anwalts nur zu einer Aussage bereit, wenn US-Präsident Donald Trump sie begnadige.

Comer sagte, dass Maxwell „die Beantwortung jeglicher Fragen“ verweigere. Das sei „sehr enttäuschend„. Die Ausschussmitglieder hätten „viele Fragen zu den von ihr und Epstein begangenen Verbrechen sowie zu möglichen Mitverschwörern“ gehabt. Andere Abgeordnete haben Kritik an Maxwell geübt. Der Parlamentarier Suhas Subramanyam von den Demokraten rügte sie und sagte, dass ihr Schweigen ein „Teil ihrer Strategie“ sei, um „eine Begnadigung durch Präsident Trump zu erwirken„. Trump hatte im Oktober gesagt, dass er eine mögliche Begnadigung prüfen werde.

Die Sitzung des Ausschusses fand hinter verschlossenen Türen statt. Nach Angaben von Abgeordneten wurde Maxwell kurz per Video aus dem Gefängnis zugeschaltet, wo sie ihre 20-jährige Haftstrafe absitzt. Sie wurde im Jahr 2022 wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verurteilt.

Die Anwälte von Maxwell hatten den Kongress aufgefordert, ihre rechtliche Immunität für ihre Aussage zu gewähren, der Kongress wies dies aber zurück. „Unter diesen Umständen würde das Verfahren keinen anderen Zweck erfüllen als reines politisches Theater„, kritisierten die Anwälte.

Es ist nicht klar, ob Maxwell der Trump-Regierung ihr Schweigen zugesagt hat, wie über die Rolle von Trump in dem Fall. Todd Blance, der stellvertretende US-Justizminister, hatte die Epstein-Komplizin im Juli zwei Tage lang befragt. Kurz danach wurde Maxwell in eine Haftanstalt im US-Bundesstaat Texas verlegt, die nur geringe Sicherheitsvorkehrungen hat. Die Opfer von Jeffery Epstein kritisierten dies scharf und sprachen von einem „Wellness-Gefängnis„.

Quelle: ZDF, AFP