Der Sozialist Antonio José Seguro hat die Stichwahl der Präsidentschaftswahlen in Portugal gewonnen. Der 63-Jährige bekam 66,7 Prozent der Stimmen. Der Rechtspopulist Andre Ventura kam auf 33,3 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission am Sonntagabend (08.02.) bekanntgab.

In seiner ersten Reaktion lobte Seguro die Menschen seines Landes. Er sagte: „Das portugiesische Volk ist das beste Volk der Welt. Ausgezeichnet. Mit einem enormen staatsbürgerlichen Verantwortungsbewusstsein und einer Verbundenheit mit den Werten unserer Demokratie.“ Luis Montenegro, der konservative Ministerpräsident des Landes, gratulierte dem neugewählten Präsidenten zum Wahlsieg. Er zeigte sich zuversichtlich, dass er mit dem nächsten Präsidenten gut zusammenarbeiten werde.

Schon in der ersten Wahlrunde hatten rund 60 Prozent der Befragten gesagt, dass sie den Rechtspopulisten Ventura nicht wählen werden. Der 43-jährige Rechtspopulist, der vor allem gegen Immigranten Stimmung gemacht hatte, konnte dennoch rund ein Drittel der Stimmen für sich entscheiden. Viele Medien sehen das auch als ein Erstarken der Rechten in Portugal.

Die Wahl verlief trotz der Probleme durch die heftigen Winterstürme weitgehend störungsfrei. Nur in drei Gemeinden mit insgesamt 37.000 Wahlberechtigten wurde die Wahl auf den 15. Februar verschoben.

In der 1. Runde der Präsidentschaftswahlen kam Seguro auf rund 31 Prozent der Stimmen. Ventura bekam damals 23,5 Prozent der Stimmen. Es war die erste Stichwahl in Portugal für das Amt des Präsidenten seit 1986 gewesen.

Der Präsident in Portugal hat keine exekutiven Befugnisse, kann aber in Krisenzeiten das Parlament auflösen, Neuwahlen ausrufen oder den Ministerpräsidenten entlassen.

Quelle: ARD