Der Journalist und ehemalige Moderator des Nachrichtensenders CNN, Don Lemon, ist nach einem Bericht über eine Protestaktion gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen worden. Lemons Anwalt Abbe Lowell warf der Regierung von US-Präsident Donald Trump einen „beispiellosen Angriff“ auf die Pressefreiheit vor.
US-Justizministerin Pam Bondi erklärt hingegen, dass Lemon sowie drei zuvor festgenommene Aktivisten einen „koordinierten Angriff“ auf eine Kirche im US-Bundesstaat Minnesota verübt haben sollen. Wie die Nachrichtenagentur AP erfahren haben soll, wird gegen sie ein Strafverfahren wegen Verstößen gegen Bürgerrechte eingeleitet. Konkret werden ihnen Verschwörung und eine Verletzung des im Ersten Verfassungszusatz garantierten Rechts auf freie Religionsausübung durch Gläubige vorgeworfen.
Die Aktivisten hatten Mitte Januar einen Gottesdienst in der Kirche in St. Paul, der Hauptstadt von Minnesota, gestört, weil sie dort den stellvertretenden Leiter des örtlichen ICE-Büros vermuteten. Videos zeigten, wie Demonstranten in der Kirche „ICE raus!“ gerufen haben.
Ministerin Bondi erklärte nach dem Vorfall: „Wir tolerieren keine Angriffe auf Gotteshäuser.“ Evangelikale Podcaster und Unterstützer von Trump forderten die Festnahme von Lemon, weil er über die Protestaktion berichtet hatte. Lemon fragte den Pastor der betroffenen Kirche in einem Interview, ob der Protest durch die Meinungsfreiheit gedeckt sei, die im ersten Zusatzartikel der US-Verfassung geschrieben ist. Der Geistliche verurteilte die Aktion in seinem Gotteshaus.
Lemon wurde vor drei Jahren beim Nachrichtensender CNN rausgeschmissen, nachdem dieser mit Äußerungen über die republikanische Präsidentschaftskandidatin Nikki Haley scharfe Kritik im konservativen Lager hervorgerufen hatte. Seit einiger Zeit hat Lemon seine eigene Show auf YouTube. Aber auch mit Trump steht er auf Kriegsfuß. So bezeichnete der Rechtspopulist Trump Lemon als „dümmsten Mann im Fernsehen„.
Quelle: ZDF, AFP



