Die Europäische Union und Indien haben sich nach fast 20 Jahren Verhandlungen auf ein umfassendes Handelsabkommen geeinigt. Das haben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Indiens Premierminister Narendra Modi mitgeteilt. Modi bezeichnete die Einigung als „Mutter aller Abkommen„, die den 1,4 Milliarden Menschen in Indien und der Bevölkerung Europas große Chancen eröffne.

Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und Indien angekurbelt werden. Das Ziel ist es, Wachstum und Arbeitsplätze zu fördern und zugleich unerwünschte Abhängigkeiten von anderen Staaten zu reduzieren. Vor dem Hintergrund der aggressiven Zoll- und Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump gilt dieses Abkommen auch als ein geopolitisch bedeutsamer Schritt.

Von der Leyen sagte: „Die EU und Indien schreiben heute Geschichte und vertiefen die Partnerschaft zwischen den größten Demokratien der Welt.“ Man schafft eine Freihandelszone mit 2 Milliarden Menschen, von der beide Seiten wirtschaftlich profitieren würden. Zudem sende man auch ein Signal an die Welt, dass regelbasierte Zusammenarbeit weiterhin hervorragende Ergebnisse liefere. Das Abkommen ist nicht so umfassend wie das Mercosur-Abkommen. Aber wegen der Größe des indischen Marktes ist es dennoch eines der größten, die bisher vereinbart wurden.

Indien ist noch vor China mit mehr als 1,45 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt. In der Europäischen Union leben rund 450 Millionen Menschen. Gemeinsam repräsentieren beide Seiten nahezu ein Viertel des weltweiten BIP und der Weltbevölkerung.

Quelle: ZDF, Reuters, AFP, dpa