Deutschlands Handballer haben durch eine bärenstarke Leistung von Torhüter Andreas Wolff das Hauptrundenspiel bei der Europameisterschaft gegen Norwegen mit 30:28 (15:17) gewonnen. Der Kieler Keeper entschärfte insgesamt 22 Würfe der Norweger. Die deutsche Mannschaft führt nun die Hauptrundengruppe I vor Dänemark und Frankreich.

Das DHB-Team fand schwer ins Spiel. Im Angriff klappte wenig bis gar nichts. Johannes Golla und Lukas Mertens scheiterten drei Mal vor dem norwegischen Tor und Juri Knorr hatte sich durch überhastete Aktionen mehrere technische Fehler geleistet, die jeweils in Ballverlusten und Gegentoren mündeten. Weil sich Miro Schluroff nicht wie zuletzt in Szene setzen konnte, blieb der Rückraum der Deutschen stumpf.

Die Norweger gingen folgerichtig nach 12 Minuten mit 5:2 in Führung. Nur Andreas Wolff, der mit mehreren Paraden glänzte, war es zu verdanken, dass sich der Rückstand in den ersten 15 Minuten in Grenzen hielt. Mit Nils Lichtlein, der für Knorr ins Spiel kam, stabilisierte sich das deutsche Spiel etwas. Beim 12:11 für Deutschland sah es so aus, als würde das Spiel zugunsten der Deutschen kippen.

Aber Norwegen kam über einige erfolgreiche Schlagwürfe von ihrem Superstar Sander Sagosen wieder zurück und übernahm Ende der ersten Halbzeit das Kommando. Die deutsche Defensive agierte nicht konsequent genug und damit gingen die Norweger verdient nach einer Halbzeit mit 17:15 in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit nahm das Fahrkarten-Festival in den ersten Minuten kuriose Ausmaße an. Sowohl deutsche als auch norwegische scheiterten ein ums andere Mal vor dem gegnerischen Gehäuse. Andreas Wolff hielt mit tollen Paraden Deutschland im Spiel. Vorsicht, scheiterte das DHB-Team immer wieder mit überhasteten Aktionen ohne entsprechende Vorbereitungen. Wolff wurde mit dem Beginn der zweiten Halbzeit noch besser. Der deutsche Keeper hielt fast alles und Deutschland führte nach 40 Minuten plötzlich mit 20:19.

Weil Wolff die norwegischen Werfer mit zunehmender Spieldauer völlig entnervte, konnte sich Deutschland etwas absetzen. In der 48. Spielminute ging Deutschland beim 24:21 durch Mario Grgic erstmals mit drei Toren in Führung. Vor allem er drehte nun auf und netzte ein ums andere Mal ein. Allein im zweiten Spielabschnitt erzielte er alle seine sieben Tore.

Norwegen fand keine Möglichkeiten mehr und scheiterte immer wieder am deutschen Keeper, der an diesem Abend wohl eines seiner besten Spiele seiner Karriere ablieferte.

Deutschland spielt morgen Abend (26.01.) gegen Dänemark und am Mittwoch (28.01.) gegen Frankreich. Sollte Deutschland eins der beiden Spiele gewinnen, dann ist das Halbfinale sicher.

Quelle: ZDF, dpa, SID