Nach dem verheerenden Großbrand in Hongkong mit 128 Toten ist nun der Opfer gedacht worden. Der Regierungschef der chinesischen Sonderverwaltungszone, John Lee, stand mit mehreren Ministern und Dutzenden hochrangigen Beamten am Samstagmorgen (29.11.) drei Minuten lang schweigend vor dem Regierungssitz, wo die Flaggen Chinas und der von Hongkong auf Halbmast wehten.

Es werden immer noch rund 200 Menschen nach den Bränden in einem Hochhauskomplex vermisst. 89 Leichen wurden noch nicht identifiziert. Der Großbrand brach am vergangenen Mittwoch (26.11.) im Wohnkomplex Wang Fuk Court im nördlichen Stadtteil Tai Po aus. Das Feuer wütete über 40 Stunden lang in sieben der acht Hochhausblöcke, die insgesamt fast 2.000 Wohnungen umfassen.

Am Freitagmorgen (28.11.) erklärte die Feuerwehr, dass die Löscharbeiten beendet seien. An dem Wohnkomplex fanden gerade Renovierungsarbeiten statt, weshalb die Häuser mit Bambusgerüsten eingerüstet waren. Laut den vorgelegten Ermittlungsergebnissen wurde das Feuer durch die Bambusgerüste und andere brennbare Materialien, die zum Schutz vor Staub und herabfallenden Gegenständen verwendet wurden, angefacht. Zudem war das Feuerwehralarmsystem in den Gebäuden defekt.

Inzwischen sind wegen des Brandes acht Personen festgenommen worden. Es handelt sich dabei nach Angaben der Anti-Korruptionsbehörde der Stadt um sieben Männer und eine Frau im Alter zwischen 40 und 63 Jahren. Vier der Festgenommenen arbeiten für eine Beratungsfirma, die die Renovierungsarbeiten der nun abgebrannten Wohnanlage überwachen sollte. Drei weitere Personen sind für ein Subunternehmen im Gerüstbau tätig. Der achte Festgenommene war der Mittelsmann für das Projekt.

Quelle: ARD