Heute (10.11.) hat der Prozess um den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg vor knapp einem Jahr begonnen. Angeklagt ist der 51-jährige Taleb A., der mit einem Auto kurz vor Weihnachten 2024 in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt fuhr und sechs Menschen tötete und zahlreiche verletzte.

Die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg wirft A. unter anderem sechsfachen Mord und versuchten Mord in 338 Fällen vor. Die Anklage spricht von einem heimtückischen Anschlag aus niedrigen Beweggründen, den der Attentäter mit einem Fahrzeug als gemeingefährlichem Mittel beging. Er stand demnach bei der Amokfahrt nicht unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen plante er die Tat mehrere Wochen detailliert und bereitete sie vor. Er handelte demnach allein.

Der 51-jährige Mann stammt aus Saudi-Arabien und ist Mediziner. Im Jahr 2006 kam er nach Deutschland, um hier eine Facharztausbildung zu absolvieren. Seit März 2020 betreute er als Psychiater in Bernburg in Sachsen-Anhalt suchtkranke Straftäter.

Doch der Mann war hierzulande immer wieder auffällig. So tritt er in den Jahren 2012 und 2013 mit der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern über die Zulassung zur Fachprüfung. Er hatte sich geweigert, erforderliche Dokumente einzureichen. Am Telefon drohte er einer Mitarbeiterin der Ärztekammer, dass etwas passieren werde, „was international Beachtung findet„. Sie bringe sich „in die gefährlichste Situation ihres Lebens„, wenn sie A. nicht zur Prüfung zulasse. Das Amtsgericht Rostock verhängte eine Geldstrafe gegen ihn. Später hatte er gegen die Richter Morddrohungen geschickt.

Bekannt geworden sind nach dem Anschlag auch Falschbehauptungen über A.s über eine Kölner Flüchtlingsorganisation. Ihr warf er vermeintliche sexuelle Übergriffe sowie Spendenbetrug vor. Im Jahr 2023 urteilte das Kölner Landgericht, dass der Attentäter diese Aussagen nicht wiederholen darf.

Um herauszufinden, was Taleb A. bei seiner mörderischen Tat antrieb, hat sich das Landgericht Magdeburg mindestens 46 Verhandlungstage Zeit gegeben.

Quelle: ZDF, ntv