Nach der Niederlage im vergangenen Jahr gegen den amtierenden US-Präsidenten und Rechtspopulisten Donald Trump, erwägt die ehemalige Vizepräsidentin der USA, Kamala Harris, ein politisches Comeback. In einem Interview mit der britischen BBC sagte sie, dass sie sich vorstellen könne, wieder für das Amt des US-Präsidenten zu kandidieren. Eine endgültige Entscheidung habe sie zwar noch nicht getroffen, betonte aber: „Ich bin noch nicht fertig. Ich habe mein gesamtes Berufsleben im Dienst verbracht, das liegt mir im Blut.

Harris nutzte das Interview auch, um ihren früheren Gegner scharf anzugreifen. Sie warf Trump vor, staatliche Behörden für politische Zwecke einzusetzen, und nannte als Beispiel die vorübergehende Absetzung von TV-Moderator Jimmy Kimmel, der nach einer umstrittenen Aussage kurzfristig vom Sender genommen wurde. Gleichzeitig kritisierte sie amerikanische Unternehmen und Institutionen, die sich Trump zu leicht beugten. Sie sagte, dass viele „gegenüber einem Tyrannen in die Knie gehen“ würden, um sich eigene Vorteile zu erschaffen.

Das Weiße Haus reagierte nach dem Interview mit der BBC auf eine Anfrage des Senders scharf auf die Äußerungen der ehemaligen Vizepräsidentin. Eine Sprecherin wies die Kritik zurück und sagte dem Bericht zufolge, dass Harris nach ihrer „erdrutschartigen Niederlage“ gegen Trump den Wink verstehen sollte.

In dem BBC-Interview führte Harris ihr Scheitern bei der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr vor allem auf den späten Einstieg in den Wahlkampf zurück. In ihren Memoiren „107 Days“ beschreibt sie die kurze Zeitspanne, die ihr nach dem Rückzug des damaligen US-Präsidenten Joe Biden geblieben ist. Aktuell ist Harris unterwegs und macht Werbung für ihr Buch. Sie sagte außerdem noch zur BBC, dass ihre Großnichten „in ihrem Leben ganz sicher“ gern eine Frau als US-Präsidenten erleben würden. Auf die Frage, ob sie selbst diese Frau sein könnte, antwortete sie: „Möglicherweise.“

'I am not done' - Kamala Harris tells BBC she may run for US president again | BBC News

Quelle: ZDF, BBC, YouTube