Nach einer ersten Bilanz zu den Folgen der Legalisierung des Cannabiskonsums fordern Politiker von CDU/CSU schärfere Regeln. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sagte der „Augsburger Allgemeinen“: „Die Cannabis-Legalisierung der Ampel hat dem Jugendschutz und der Verkehrssicherheit in Deutschland einen Bärendienst erwiesen.

Die Suchtproblematik gerade bei jungen Menschen nimmt weiter zu„, befand der CSU-Politiker. „Das Kiffen im öffentlichen Raum hat vielerorts eine Sichtbarkeit erreicht, der sich auch Schülerinnen und Schüler nicht länger entziehen können„, warnte er.

Zudem gefährde der Einfluss von Cannabis am Steuer zunehmen die Verkehrssicherheit und binde Polizeikräfte, die in anderen Bereichen dringen gebraucht würden. „Ich hoffe, dass es mit der SPD möglich sein wird, die schwersten Fehler dieses grundfalschen Gesetzes zu korrigieren.

Auch der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), mahnt schärfere Regeln an. „Dass die Zwischenevaluation kein eindeutiges Bild ergibt, war zu erwarten“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Veränderungen, die so ein Gesetz in der Gesellschaft bewirken, zeigen sich meist erst nach Jahren.“ Sorgen bereite ihm jedoch, „dass gerade beim Jugendschutz schon jetzt Fehlentwicklungen sichtbar werden.“ Er erklärte, dass Jugendliche leicht an Cannabis kommen. Aber zugleich sei die Zahl der Frühinterventionen zurückgegangen. „Das heißt: Wenn Jugendliche konsumieren – und wir wissen, wie schädlich das für sie ist – bekommen sie seltener Hilfe, weil ihre Fälle nicht mehr beim Jugendgericht landen.

Man sehe immerhin keinen sprunghaften Anstieg des Konsums bei Jugendlichen oder Erwachsenen, sagte Streck. „Doch klar ist: Dieses Gesetz braucht dringend mehr Klarheit, mehr Durchsetzbarkeit und vor allem einen deutlichen Schwerpunkt auf Prävention und Hilfe für Jugendliche. Sonst läuft es in die falsche Richtung.

Quelle: ARD