Der tschechische Großaktionär PPF steigt bei ProSiebenSat.1 aus. Das hat das Unternehmen am Mittwochabend (27.08.) angekündigt. Damit macht man gleichzeitig eine Übernahme des Medienkonzerns durch Media for Europe (MFE), die Holding der Berlusconi-Familie, möglich.
Nach der Abwicklung des eigenen Angebots in der letzten Woche hat man bei PPF nun entschieden, dass man ihre mehr als 36 Millionen Aktien, rund 15,68 Prozent des Grundkapitals von ProSiebenSat.1, in das Angebot von MFE einzuliefern und die verbliebenen Finanzinstrumente in ProSiebenSat.1 abzuwickeln, teilten die Tschechen mit.
Damit ist der Bieterstreit zwischen den beiden Unternehmen entschieden. Zuletzt hatten beide mit Übernahmeangeboten um die Gunst der Aktionäre gebuhlt. PPF hatte sieben Euro pro Aktie von ProSiebenSat.1 geboten und MFE hatte sein Angebot spürbar verbessert, sodass Vorstand und Aufsichtsrat von ProSiebenSat.1 Ihren Aktionärinnen und Aktionären die Annahme von MFE empfohlen haben. Mit dem Stichtag Mitte August hielt MFE dann 43,6 Prozent an Stimmrechten von ProSiebenSat.1. Bis zur nächsten Woche läuft noch die zweite Frist, in der sich auch die anderen Aktionärinnen und Aktionäre noch entscheiden können, das Angebot anzunehmen.
PPF erklärte am Abend: „Obwohl das Angebot von MFE bislang nur begrenzte Akzeptanz gefunden hat, ist es PPF nicht gelungen, ausreichend Aktionäre zur Unterstützung der eigenen Ziele zu gewinnen.“ Weiter heißt es: „Mit bereits über 43 Prozent der Stimmrechte verfügt MFE voraussichtlich über eine einfache Mehrheit auf den Hauptversammlungen von ProSiebenSat.1. Aufgrund der geringen Annahmequote ihres Angebots kann PPF ihre ursprüngliche Rolle als strategischer Investor mit dem Anspruch, auf Augenhöhe mit MFE zusammenzuarbeiten und ihre Expertise beim Aufbau digitaler Medienplattformen einzubringen, nicht fortführen.„
Quelle: DWDL



