Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will Medienberichten zufolge eine komplette Besetzung des Gazastreifens anordnen. Das Kabinett wolle heute (05.08.) eine entsprechende „aktualisierte Strategie“ für die israelischen Streitkräfte beschließen, berichteten der Fernsehsender Channel 12 und die Zeitung „Jerusalem Times“ gestern Abend (04.08.) unter Berufung auf Regierungsvertreter.
Das Nachrichtenportal „ynetnews“ hat zudem einen Offiziellen zitiert mit den Worten: „Die Würfel sind gefallen – wir beabsichtigen, den Gazastreifen vollständig zu besetzen.“ Medienberichten zufolge sind auch Militäreinsätze in Gebieten geplant, in denen israelische Geiseln vermutet werden.
Die israelische Armee kontrolliert rund 75 Prozent der Fläche des Küstengebiets, das etwa so groß ist wie die Stadt München. Das israelische Militär hat sich in der Vergangenheit gegen eine Komplett-Besatzung des Gazastreifens ausgesprochen. Die „Times of Israel“ schreibt, dass die Beseitigung aller Tunnel und Bunker der radikal-islamischen Hamas Jahre dauern könne, und das hat bei der Armee Bedenken ausgelöst. Die Geiseln könnten auch in Gefahr geraten und getötet werden.
Eine offizielle Bestätigung dieser Pläne lag zunächst nicht vor. Die Palästinensische Autonomiebehörde rief aber die internationale Staatengemeinschaft zum Eingreifen auf, um so eine Umsetzung zu verhindern.
Vorher hatte Netanjahu angekündigt, dass im Laufe der Woche die Armee neue Befehle für den Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen bekommen werde. „Ich werde in dieser Woche das Kabinett einberufen, um der israelischen Armee Anweisungen zu erteilen, wie sie unsere drei Kriegsziele erreichen soll„, sagte er. Weiter sagte Netanjahu: „Wir müssen weiter vereint bleiben und gemeinsam kämpfen, um unsere Kriegsziele zu erreichen: den Feind zu besiegen, unsere Geiseln zu befreien und sicherzustellen, dass der Gazastreifen keine Bedrohung mehr für Israel darstellt.„
Vorher hatten Hunderte ehemalige israelische Sicherheitsbeamte, darunter auch der ehemalige Geheimdienstchef, US-Präsident Donald Trump aufgerufen, den Druck auf Netanjahu für ein Ende des Gaza-Kriegs zu erhöhen.
Quelle: ZDF, AFP, dpa, Jerusalem Times, Channel 12



