Bei einer international koordinierten Aktion sind Strafverfolgungsbehörden aus Deutschland und anderen Ländern eine prorussische Hackergruppe vorgegangen. Sie haben dabei ein „aus mehreren Hundert weltweit verteilten Servern bestehendes Botnetz abgeschaltet“, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in einer Pressemitteilung bekanntgab. Dieses Netzwerk sei für weltweite digitale Überlastungsangriffe auf Onlinepräsenzen eingesetzt worden. Diese Aktion kennt man auch als „DDoS“-Attacke.
An diesen Ermittlungen waren dem BKA zufolge auch Ermittler aus den USA, den Niederlanden, der Schweiz, Schweden, Frankreich, Spanien und Italien beteiligt. Sie wurden durch Europol und Eurojust unterstützt. Koordiniert wurden die Maßnahmen demnach maßgeblich von Deutschland aus, durch das BKA sowie die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main.
In Deutschland wurden gegen sechs russische Staatsangehörige Haftbefehle erlassen. Gegen sie werde international und teils öffentlich gefahndet. Gegen die Rädelsführer, Mitglieder und Unterstützer dieser Hackergruppe wird unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung im Ausland zum Zwecke der Computersabotage ermittelt.
Deutschland seit Beginn dieser Ermittlungen, im November 2023, auch Ziel der Angriffswellen gewesen. Diese Angriffswellen haben mehrere Tage gedauert. Betroffen waren etwa 250 Unternehmen und Einrichtungen, darunter auch Unternehmen der kritischen Infrastruktur wie die Rüstung, Stromversorger oder Verkehrsbetriebe, aber auch öffentliche Behörden und Einrichtungen. Das Hauptziel dieser russischen Hackergruppe bestand nach Angaben der Behörden darin, mediale Aufmerksamkeit zu erreichen und „dadurch Einfluss auf politische und/oder gesellschaftliche Entscheidungen in Deutschland zu nehmen.“
Quelle: Süddeutsche Zeitung



