Deutschland und Großbritannien haben im Rahmen eines Besuchs von Bundeskanzler Friederich Merz ein Freundschaftsabkommen unterzeichnet. Damit wollen beide Länder fünf Jahre nach dem Brexit (dem Austritt Großbritanniens aus der EU) ihre Beziehungen auf eine neue Grundlage stellen. Merz und der britische Premierminister Keir Starmer haben den Vertrag im Victoria und Albert Museum in London unterzeichnet. Es umfasst 27 Seiten und wird von einem Aktionsplan mit 17 Punkten flankiert.

Mit dem Abkommen soll die Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik, bei der Eindämmung irregulärer Migration und der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität vertieft werden. Es sind aber auch konkrete Visafreiheit für Klassenfahrten von Schülergruppen geplant sowie eine direkte Bahnverbindung zwischen beiden Ländern in dem Abkommen vereinbart worden.

Merz, der zu seinem Antrittsbesuch in die britische Hauptstadt London gereist war und von Außenminister Johann Wadephul begleitet wurde, sprach von einem „historischen Tag für die deutsch-britischen Beziehungen.“ Der Kanzler betonte: „Es ist überfällig, dass wir einen solchen Vertrag miteinander abschließen.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine betonten die „engen Verbündeten ihr tiefes Bekenntnis zur gegenseitigen Verteidigung“ zu versichern, dass sie im „im Fall eines bewaffneten Angriffs auf die andere Vertragspartei“ beistehen, „auch durch militärische Mittel“. So heißt es in dem Vertrag, es gebe „keine strategische Bedrohung für die eine Vertragspartei (…), die nicht auch eine strategische Bedrohung für die andere wäre.

Der Freundschaftsvertrag beinhaltet auch Vereinbarungen in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Bildung. Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) werde auch eine enge Zusammenarbeit angestrebt, heißt es in dem Vertrag. Zudem soll der Schwerpunkt darauf gelegt werden, „den Austausch zwischen jungen Menschen zu erhöhen.“ Der Brexit hatte die Schüler- und Studentenaustauschprogramme erheblich erschwert.

Quelle: SPIEGEL