Das Sommermärchen-Prozess geht in die Verlängerung. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat gegen die Verurteilung zu einer Geldstrafe von 110.000 Euro wegen Steuerhinterziehung Revision vor dem Bundesgerichtshof eingereicht. Das hat der DFB bestätigt, nachdem das Landgericht Frankfurt am 25. Juni das Urteil gefällt hatte. „Eine abschließende Beurteilung der weiteren Vorgehensweise wird der DFB, wie angekündigt, nach Zugang und Auswertung der schriftlichen Urteilsgründe vornehmen. Für die Ausfertigung der schriftlichen Begründung hat das Landgericht mehrere Wochen Zeit“, heißt es vom DFB weiter. Für das Einlegen der Revision war dem DFB eine Woche zeig gegeben worden.
Der DFB wurde zu einer Zahlung von 130.000 Euro verurteilt worden, 20.000 Euro waren dem Verband wegen einer „rechtsstaatswidrigen Verfahrensverzögerung“ erlassen worden. Der DFB müsse zudem die Kosten für das Verfahren tragen, hatte das Landgericht entscheiden. Die Staatsanwaltschaft hatte dem DFB vorgeworfen, in der Sommermärchen-Affäre um die Fußball-WM 2006 Steuern in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro hinterzogen zu haben und ein Bußgeld von 270.000 Euro gefordert. „Für die Kammer steht ohne Zweifel fest, dass der DFB Steuern hinterzogen hat und die Beteiligten dies billigend in Kauf genommen haben“, sagte die Vorsitzende Richterin Eva-Marie Distler bei der Urteilsverkündung. Sie hatte zudem betont, dass der DFB bei der Aufarbeitung der Affäre ein „katastrophales Bild“ abgegeben habe.
Der DFB hat in seiner Mitteilung verwiesen, dass dem Staat insgesamt kein Steuerschaden entstanden sei. Die Einnahmen aus er Fußball-WM 2006 seien komplett versteuert worden. Bei einer Zahlung von 6,7 Millionen Euro hätte der steuerliche Abzug aus Sicht des Gerichts aber schon im Jahr 2002 erfolgen müssen, erklärte der Verband.
Im Kern dieses Prozesses ging es um eine DFB-Zahlung von 6,7 Millionen Euro an den Weltfußballverband FIFA aus dem April 2005. Diese Summe wurde auf ein Konto von Robert Louis-Dreyfus weitergeleitet und entsprach den 10 Millionen Schweizer Franken, die Franz Beckenbauer im Jahr 2002 von dem französischen Unternehmer bekam.
Quelle: ZDF



