Der amerikanische Medienkonzern Warner Bros. Discovery (WBD) hat eine Aufspaltung des Unternehmens in zwei börsennotierte Unternehmen angekündigt. Demnach ist geplant, dass das Streaminggeschäft und die Studios vom Fernsehgeschäft getrennt werden. Experten in der Medienbranche haben mit diesem Schritt gerechnet. WBD macht damit den gleichen Schritt, den NBC Universal schon vor sechs Monaten gemacht hatte. Damals hatte man sich von fast all seinen Kabelsendern getrennt und in eigene Unternehmen ausgelagert.
Bei WBD ist genau geplant, dass Streaming & Studios künftig aus Warner Bros. Television, Warner Bros. Motion Picture Group, DC Studios, HBO und HBO Max sowie deren Film- und Fernsehbibliotheken bestehen wird. Das Unternehmen soll sich auf die Skalierung von HBO Max konzentrieren. Im nächsten Jahr wird der Streamingdienst auch nach Deutschland kommen. Zu dem Bereich Global Networks werden die klassischen Fernsehsender aus den Bereichen Unterhaltung, Sport und Nachrichten bestehen. Also unter anderem CNN, TNT Sports und der Discovery Channel sowie andere Sender wie in Deutschland die Sender DMAX und TLC. Der Streamingdienst Discovery+ wird nicht in der Streaming & Studios zu finden sein, sondern bei Global Networks.
David Zaslav, der bisher der CEO von Warner Bros. Discovery ist, wird dann CEO von Streaming & Studios fungieren und der ehemalige ProSiebenSat.1-Manager Gunnar Weidenfels wird CEO von Global Networks. Bis zur Trennung werden sie in ihren bisherigen Funktionen bleiben, heißt es. Geplant ist, die Aufspaltung als steuerfreie Transaktion zu strukturieren; der Großteil der Schulden soll laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auf Global Networks übertragen werden.
Die Spaltung des Unternehmens ist auch ein Symbol für die massiven Veränderungen des Medienmarktes. Über viele Jahre hinweg waren die linearen Fernsehsender im Kabel als Geldmaschine für die Medienkonzerne in den USA. Es ist auch heute noch hochprofitabel, doch die Anzahl von Zuschauern und Nutzern von Streaminganbietern steigt weiter und da müssen die Konzerne mithalten.
Quelle: DWDL



