Ein halbes Jahr nach dem Anschlag auf das Stadtfest in Solingen mit drei Toten hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Attentäter wegen dreifachen Mordes erhoben. Er sei Anhänger der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) und habe aus radikal-islamischen Motiven heraus gehandelt, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Über die Zulassung der Anklage entscheidet nun das Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Behörde wirft ihm zudem zehnfachen versuchten Mord vor. Ihm werden niedrige Beweggründe sowie 12 Fälle Heimtücke zur Last gelegt.
Bei dem Anschlag am 23. August hatte der Angreifer auf dem Stadtfest zum 650. Geburtstag der Stadt in NRW drei Menschen mit einem Messer getötet und 10 weitere Menschen nach Angaben der Bundesanwaltschaft verletzt. Der damals 26-Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Die Bundesanwaltschaft hat als oberste Anklagebehörde in Deutschland im August mitgeteilt, dass der Tatverdächtige radikal-islamistische Überzeugungen hat. Deswegen habe er auf dem Stadtfest eine möglichst große Anzahl aus seiner Sicht ungläubiger Menschen töten wollen.
Der Täter hätte eigentlich 2023 den EU-Asylregeln zufolge nach Bulgarien abgeschoben werden müssen. Doch als er in seiner Unterkunft abgeholt werden sollte, war er nicht da. Ein weiterer Rückführungsversuch wurde nicht unternommen. Seit dem Anschlag ist die politische Diskussion um Abschiebungen und innere Sicherheit verstärkt worden.
Quelle: ZDF