Der Linkenpolitiker Pascal Meiser hat Strafanzeige gegen den österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner wegen Volksverhetzung gestellt. Der Grund ist ein Geheimtreffen von rechten Politikern, u.a. auch von der AfD, was im November 2023 geschah.

Der Österreicher hat vor Politikern der AfD und anderen GĂ€sten einen Plan fĂŒr eine groß angelegte „Remigration“ prĂ€sentiert, der eine massenhafte Abschiebung oder VerdrĂ€ngung von Zuwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland vorgestellt hat. Dabei soll es sich um Asylbewerber, auslĂ€ndische Staatsangehörige mit Bleiberecht und „nicht assimilierte StaatsbĂŒrger“ handeln. Das hat das Recherchenetzwerk Correctiv letzte Woche veröffentlicht.

Wegen des Verdachts der Beihilfe zur Volksverhetzung hat Meiser auch Strafanzeige gegen Gernot Mörig gestellt. Mörig soll den Recherchen zufolge der Organisator dieses Geheimtreffens gewesen sein. „Die Rede von Martin Sellner war von Gernot Mörig in seinem Einladungsschreiben als »Gesamtkonzept, im Sinne eines Masterplans« angekĂŒndigt worden“, schreibt Meiser. Bei dem Treffen soll Möring Sellners Rede mit den Worten anmoderiert haben, bei der Frage der „Remigration“ gehe es nicht um die Frage „ob wir als Volk im Abendland noch ĂŒberleben oder nicht«. »Es ist also anzunehmen, dass Mörig mit Sellners Thesen bereits vor der Veranstaltung vertraut“, schreibt Meiser in seiner Anzeige.

Der Vortrag von Sellner zum Thema „Remigration“ bei dem Treffen sagte Möring zu Correctiv mit, dass er das „anders in Erinnerung“ hatte. HĂ€tte er solche Aussagen bewusst wahrgenommen, wĂ€ren „nicht ohne Widerspruch von mir geblieben“, insbesondere im Hinblick auf die Ungleichbehandlung deutscher StaatsbĂŒrger.

Der Rechtsextremist Sellner schrieb ĂŒber Telegram, dass er „niemals ‚Vertreibungen’ gutgeheißen“ habe. Die AfD hat in einer Pressemitteilung geschrieben, dass sie den Wert auf die Feststellung, dass sie „nicht verantwortlich fĂŒr VortrĂ€ge oder sonstige Inhalte“ sei, „die von Privatpersonen auf privaten Veranstaltungen“ gehalten wĂŒrden.

Quelle: SPIEGEL