Deutschland wird einen Teil der nationalen Ölreserven freigeben. Hintergrund sind die wegen des Iran-Kriegs weltweit deutlich gestiegenen Öl- und Spritpreise. Die Freigabe der Reserven soll die Preisanstiege dämpfen: „Wenn dem Markt Sorge genommen wird vor Knappheit, entspannen sich Preise und wir gehen definitiv von einem dämpfenden Effekt aus„, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auf einer Pressekonferenz.
„Im Bereich der Ölversorgung ist die Lage angespannt, da die Straße von Hormus derzeit de facto nicht passierbar ist„, erklärte die Ministerin den Hintergrund. Der Weltmarktpreis von Öl sei um 30 Prozent gestiegen. Die hohen Preise derzeit sind Reiche zufolge Ausdruck von Risikoaufschlägen und Spekulationen.
Die G7-Staaten hatten deswegen über die Freigabe von Reserven beraten. Koordiniert wird dies durch die Internationale Energie-Agentur (IEA). Gestern (10.03.) hielt sie eine Sondersitzung ab. Es geht demnach insgesamt um einen Umfang von 400 Millionen Barrel Rohöl, die größte Freigabe in der Geschichte der IEA. Deutschland will der Wirtschaftsministerin zufolge 2,64 Millionen Tonnen freigeben, das entspreche 19,51 Millionen Barrel.
Deutschland selbst bezieht nur wenig Öl aus dem Nahen Osten. Trotzdem werde es der IEA-Bitte nachkommen, sagte Reiche. „Denn Deutschland steht hinter dem wichtigsten Grundsatz der IEA: der gegenseitigen Solidarität„, sagte die Ministerin weiter.
Quelle: ARD



