Netflix wird aus dem Deal mit Warner Bros. Discovery aussteigen. Nachdem Paramount-Skydance mit einem überarbeiteten Angebot angekommen ist und beide Seiten, also WBD und Paramount-Skydance mit einander verhandelt haben, hatte Netflix vier Tage Zeit für ein verbessertes Angebot. Nun die Überraschung: Netflix steigt aus. Damit hat Die Ellison-Familie die Chance.
In einem Statement der CEOs von Netflix, Ted Sarandos und Greg Peters, heißt es: „Die von uns ausgehandelte Transaktion hätte einen Mehrwert für die Aktionäre geschaffen und einen klaren Weg zur behördlichen Genehmigung geboten. Wir haben uns jedoch stets diszipliniert verhalten, und zu dem Preis, der erforderlich wäre, um mit dem jüngsten Angebot von Paramount Skydance gleichzuziehen, ist der Deal finanziell nicht mehr attraktiv, sodass wir davon absehen.“ Weiter heißt es: „Wir sind überzeugt, dass wir die ikonischen Marken von Warner Bros. gut geführt hätten und dass unser Deal die Unterhaltungsindustrie gestärkt und mehr Arbeitsplätze in der Produktion in den USA erhalten und geschaffen hätte. Aber diese Transaktion war immer ein ‚Nice-to-have‘ zum richtigen Preis, kein ‚Must-have‘ um jeden Preis. Das Geschäft von Netflix ist gesund, stark und wächst organisch, angetrieben von unserem Programm und unserem erstklassigen Streaming-Service.„
Um Netflix auszustechen musste keine Aufstockung des eigentlichen Kaufpreises durch Paramount-Skydance nötig sein. Elision habe nur um einen Dollar, auf 31 Dollar pro WBD-Aktie erhöht. Dennoch wird man tiefer für WBD in die Tasche greifen, als eigentlich geplant. Wenn Warner Bros. Discovery erwartungsgemäß den Deal mit Netflix aufkündigt, dann ist eine Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar fällig. Paramount-Skydance hatte schon angekündigt, diese Summe zu zahlen. Aber auch Finanzierungskosten im potentiellen Milliardenbereich wird Paramount-Skydance übernehmen.
Und außerdem könnten noch weitere Milliarden dazu kommen, wenn der Deal doch nicht so einfach über die Bühne gehen sollte. Ab dem 30. September muss Paramount eine sogenannte „Ticking Fee“ von 25 Cent pro Aktie und Quartal bezahlen. Falls der Abschuss dann aber doch noch an regulatorischen Hürden scheitern sollte, würden dann noch sieben Milliarden Dollar fällig. Die Einschätzung von WBD war in der Vergangenheit die, dass es beim Deal mit Paramount-Skydance noch größere Hürden geben werde. Paramount-Skydance hingegen behauptet, dass Netflix eher die regulatorischen Probleme haben würde.
Netflix will eigentlich nur den Warner-Teil des demnächst aufgesplitteten Konzerns übernehmen. Sprich das Filmstudio Warner Bros. und den Bereich von HBO. Paramount-Skydance verlangt den kompletten Konzern, also auch die Kabelsender wie CNN.
Für CNN wäre dies ein radikaler Wandel, denn die Ellision-Familie gilt als Trump-nah und der Nachrichtensender, den einst Ted Turner im Jahr 1980 gründete, kritisiert mehrfach den amtierenden US-Präsidenten. Zudem würde es im Kinomarkt einen großen Giganten geben mit Skydance, Paramount Pictures und Warner Bros. Studios.
Quelle: DWDL



