Der Chef des Internationalen Wirtschaftsforums (WEF), Børge Brende, ist im Zusammenhang mit dem verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffery Epstein zurückgetreten. Er teilte auch mit, dass er sich „nach sorgfältiger Abwägung“ für diesen Schritt entschieden habe.
Nach acht Jahren im Amt sei er „zu dem Schluss gekommen, dass sowohl das WEF als auch ich am meisten davon profitieren, wenn ich nun den Stab an jemand anderen weiterreiche„, sagte Brende der Zeitung „Dagens Næringsliv“ Der Fall Epstein könne leicht die Aufmerksamkeit von der wichtigen Arbeit des Forums ablenken. Eine „externe Überprüfung“ habe aber nicht aufgedeckt, was „nicht bereits bekannt und in den Medien gründlich behandelt worden“ sei. Das Wirtschaftsforum hatte Anfang Februar eine unabhängige Untersuchung der Verbindung von Brende zu Epstein angekündigt.
Vorher hatte das US-Justizministerium weitere Dokumente zum Epstein-Fall veröffentlicht. Dabei ist bekannt geworden, dass Brende mit Epstein Kontakt hatte. Demnach hatte er mehr als 100 Nachrichten mit ihm ausgetauscht und drei Abendessen mit dem verstorbenen Sexualstraftäter gehabt, unter anderem auch mit dem Rechtsextremen Steve Bannon.
Brende hatte erst bestritten, Kontakt mit Epstein gehabt zu haben. Später hat er dann zugegeben, dass er im Jahr 2018 und 2019 mit ihm zu Abend gegessen habe, also zu einem Zeitpunkt, als Epstein schon rechtskräftig wegen Missbrauchs im Jahr 2008 verurteilt worden war.
Von 2013 bis 2017 war Brende in Norwegen Außenminister und seit 2017 Chef des Weltwirtschaftsforums, das in Davos in der Schweiz stattfindet Vorher war er lange Abgeordneter der konservativen Partei Norwegens sowie Umwelt- und Handelsminister.
Quelle: ARD
