Bei der Gütersparte der Deutschen Bahn, DB Cargo, sollen 6.200 Stellen gestrichen werden. Bei den rund 14.000 Vollzeitstellen wäre das rund die Hälfte. Vorstandschef Bernhard Osburg will damit Sparauflagen gegen das Unternehmen umsetzen. Es sollen fast alle Bereiche betroffen sein, etwa der Fahrbetrieb, die Disposition, die Planung, die Administration sowie der Vertrieb und die IT.
Der Stellenabbau soll dabei helfen, die seit Jahren kriselnde Tochter der Deutschen Bahn wieder in die Spur zu bringen. Noch in diesem Jahr muss DB Cargo profitabel werden. Die Bahn darf die Verluste der Tochtergesellschaft nicht ausgleichen, entschied ein EU-Verfahren. Scheitert dieser Umbau, soll DB Cargo zerschlagen werden. Und das Unternehmen schreibt weiterhin hohe Verluste.
Die Vorgängerin von Vorstandschef Osburg scheiterte an der Umsetzung der Sparmaßnahmen. Wie dringend ein Kurswechsel ist, zeigen Betriebszahlen der DB Cargo: Im ersten Halbjahr 2025 wurden 10 Prozent weniger Güter transportiert. Der Umsatz ist um 9 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gesunken. Der operative Verlust verbesserte sich, ist aber mit 96 Millionen Euro immer noch hoch. Im März werden dann die Jahreszahlen für das gesamte Jahr 2025 erwartet.
Osburg betont nun, dass eine Strategie mit mittelfristiger Ausrichtung bis zum Jahr 2030 vorgelegt werden soll. Ein Gutachten soll dazu Ende Februar vorgelegt werden. Bis zum Sommer sollen dann weitere Details geklärt werden und das Konzept soll dann nach und nach in die Umsetzung gehen, so der Vorstandschef von DB Cargo.
Der Stellenabbau ist eine von vier zentralen Maßnahmen des Plans. Zusammen mit einer schlankeren Verwaltung sowie Produktivitätssteigerung im Fuhrpark soll so rund eine Milliarde Euro eingespart werden, sagte Osburg. Zudem plant er, den Fokus mehr auf das europäische Ausland zu legen. Er sagte: „Wir richten Vertrieb, Planung, Disposition und Produktion deutlich stärker europäisch aus und bauen DB Cargo zum führenden europäischen Schienenlogistiker mit klaren, grenzüberschreitenden Systemlösungen aus.„
Nötig ist das, weil die Nachfrage seitens der Hauptkunden in Deutschland, aus den Sektoren Auto, Chemie und Stahl, immer weniger wird. Im Güterbereich machen Konkurrenten der Bahn schon rund 60 Prozent des Geschäfts in Deutschland aus. Osburg will zudem beim sogenannten Einzelwagenverkehr sparen. Bei dieser Verkehrsart werden Einzelwaggons, die bei Kunden an- und abgeliefert werden, auf großen Rangierbahnhöfen zu längeren Zügen zusammengestellt. Das soll künftig vor allem an den Standorten Köln, Seelze, Mannheim und Nürnberg passieren. Als Teil der Maßnahme sollen auch einige Instandhaltungswerke geschlossen werden. Osburg betonte zudem, dass diese Sparte weiterhin nicht profitabel sein werde und weiterhin auf die Förderung des Bundes angewiesen sei.
Quelle: ARD



